Das Schloß Boncourt

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Adelbert von Chamisso: Das Schloß Boncourt (1809)

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Ich träum als Kind mich zurücke,
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Und schüttle mein greises Haupt;
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Wie sucht ihr mich heim, ihr Bilder,
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Die lang ich vergessen geglaubt?

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Hoch ragt aus schatt'gen Gehegen
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Ein schimmerndes Schloß hervor,
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Ich kenne die Türme, die Zinnen,
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Die steinerne Brücke, das Tor.

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Es schauen vom Wappenschilde
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Die Löwen so traulich mich an,
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Ich grüße die alten Bekannten,
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Und eile den Burghof hinan.

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Dort liegt die Sphinx am Brunnen,
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Dort grünt der Feigenbaum,
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Dort, hinter diesen Fenstern,
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Verträumt ich den ersten Traum.

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Ich tret in die Burgkapelle
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Und suche des Ahnherrn Grab,
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Dort ist's, dort hängt vom Pfeiler
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Das alte Gewaffen herab.

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Noch lesen umflort die Augen
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Die Züge der Inschrift nicht,
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Wie hell durch die bunten Scheiben
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Das Licht darüber auch bricht.

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So stehst du, o Schloß meiner Väter,
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Mir treu und fest in dem Sinn,
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Und bist von der Erde verschwunden,
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Der Pflug geht über dich hin.

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Sei fruchtbar, o teurer Boden,
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Ich segne dich mild und gerührt,
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Und segn' ihn zwiefach, wer immer
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Den Pflug nun über dich führt.

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Ich aber will auf mich raffen,
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Mein Saitenspiel in der Hand,
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Die Weiten der Erde durchschweifen,
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Und singen von Land zu Land.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adelbert von Chamisso
(17811838)

* 30.01.1781 in Châlons-en-Champagne, † 21.08.1838 in Berlin

männlich, geb. Chamisso

| Bronchialkarzinom

deutscher Naturforscher und Dichter (1781–1838)

(Aus: Wikidata.org)

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