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O Bäume Lebens, o wann winterlich?
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Wir sind nicht einig. Sind nicht wie die Zug-
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vögel verständigt. Überholt und spät,
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so drängen wir uns plötzlich Winden auf
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und fallen ein auf teilnahmslosen Teich.
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Blühn und verdorrn ist uns zugleich bewußt.
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Und irgendwo gehn Löwen noch und wissen,
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solang sie herrlich sind, von keiner Ohnmacht.
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lieber die Puppe. Die ist voll. Ich will
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den Balg aushalten und den Draht und ihr
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Gesicht aus Aussehn. Hier. Ich bin davor.
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Wenn auch die Lampen ausgehn, wenn mir auch
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gesagt wird: Nichts mehr –, wenn auch von der Bühne
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das Leere herkommt mit dem grauen Luftzug,
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wenn auch von meinen stillen Vorfahrn keiner
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mehr mit mir dasitzt, keine Frau, sogar
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der Knabe nicht mehr mit dem braunen Schielaug:
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Ich bleibe dennoch. Es giebt immer Zuschaun.
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Hab ich nicht recht? Du, der um mich so bitter
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das Leben schmeckte, meines kostend, Vater,
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den ersten trüben Aufguß meines Müssens,
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da ich heranwuchs, immer wieder kostend
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und, mit dem Nachgeschmack so fremder Zukunft
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beschäftigt, prüftest mein beschlagnes Aufschaun, –
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der du, mein Vater, seit du tot bist, oft
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in meiner Hoffnung, innen in mir, Angst hast,
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und Gleichmut, wie ihn Tote haben, Reiche
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von Gleichmut, aufgiebst für mein bißchen Schicksal,
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hab ich nicht recht? Und ihr, hab ich nicht recht,
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die ihr mich liebtet für den kleinen Anfang
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Liebe zu euch, von dem ich immer abkam,
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weil mir der Raum in eurem Angesicht,
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da ich ihn liebte, überging in Weltraum,
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in dem ihr nicht mehr wart....: wenn mir zumut ist,
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zu warten vor der Puppenbühne, nein,
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so völlig hinzuschaun, daß, um mein Schauen
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am Ende aufzuwiegen, dort als Spieler
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ein Engel hinmuß, der die Bälge hochreißt.
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Engel und Puppe: dann ist endlich Schauspiel.
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Dann kommt zusammen, was wir immerfort
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entzwein, indem wir da sind. Dann entsteht
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aus unsern Jahreszeiten erst der Umkreis
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des ganzen Wandelns. Über uns hinüber
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spielt dann der Engel. Sieh, die Sterbenden,
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sollten sie nicht vermuten, wie voll Vorwand
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das alles ist, was wir hier leisten. Alles
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ist nicht es selbst. O Stunden in der Kindheit,
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da hinter den Figuren mehr als nur
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Vergangnes war und vor uns nicht die Zukunft.
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Wir wuchsen freilich und wir drängten manchmal,
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bald groß zu werden, denen halb zulieb,
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die andres nicht mehr hatten, als das Großsein.
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Und waren doch, in unserem Alleingehn,
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mit Dauerndem vergnügt und standen da
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im Zwischenraume zwischen Welt und Spielzeug,
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an einer Stelle, die seit Anbeginn
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gegründet war für einen reinen Vorgang.
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Wer zeigt ein Kind, so wie es steht? Wer stellt
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es ins Gestirn und giebt das Maß des Abstands
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ihm in die Hand? Wer macht den Kindertod
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aus grauem Brot, das hart wird, – oder läßt
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ihn drin im runden Mund, so wie den Gröps
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von einem schönen Apfel? ......Mörder sind
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leicht einzusehen. Aber dies: den Tod,
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sanft zu enthalten und nicht bös zu sein,