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Der Scheidestunde thränendumpfe Schwermuth,
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Die noch ein letztes Mal in endlos-langen,
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Wildheißen Küssen und in Händedrücken,
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Die wortlos-bebend alles sagen, schwelgt, –
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Der ganze melancholisch-süße Reiz,
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Der solche Stunden schmückt, er blieb Dir fremd,
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Ganz fremd. Nicht einmal eine Ahnung schien
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Dich heimzusuchen, um Dir einzuraunen,
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Dass man in solchen Stunden manchesmal
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Ein wenig traurig ist und thränenlustig.
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Nein, – unter anmuthfröhlichem Geplauder
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Erharrtest Du den Zug, der Dich von dannen,
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Nach Deiner meerumspannten Heimat führe,
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Zum heißersehnten, sonnenrothen Süden.
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Graziös und spöttisch elegant entflog
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In rascher Folge Deinem üppigen Mund
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Manch' feingeschliffen, witzgetränktes Wort.
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Da – plötzlich – löstest Du mit rascher Hand
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Aus Deinem Brustbouquet zwei Tuberosen
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Und gabst sie mir. Auf Deinem warmgetönten
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Goldbraunen Antlitz lag ein feines Lächeln,
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Und Deine hochgeschnittenen Nüstern bebten
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In leichtem Hohn: »Die beiden Rosen gibst Du
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Der ersten, die nach mir Dich wieder küsst,
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Als Liebeszeichen, ja? Doch eile Dich,
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Verwelkte Rosen kann man nicht verschenken.
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Und diese blutgefärbte Nelke – hier –
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Aus Deinem Knopfloch – fährt mit mir nach Süden,
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Und will's der Himmel, kann ich sie noch duftend
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In eines lieben Freundes Hände legen.
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Und wenn wir dann, im Meeressand vergraben,
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Umzittert von des Mondes blassem Gold,
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In halben Worten, halben Tönen plaudern,
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Dazwischen wieder auf die Plätscherlaute
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Der funkenübersäten Wogenkämme
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Und auf der Winde leises Zischen hören,
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Dann will ich ihm vom nordischen Exil
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Und auch von Dir, mein stummer Freund, berichten,
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Dann sag' ich ihm, dass Du ihn grüßen lässt,
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Wenn auch ganz unbekannter Weise, sag' ihm
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Noch manches andere höchstwahrscheinlich, was mir
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In jenem Augenblick gerade einfällt,
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Und was ihm Freude macht, wenn er's vernimmt.
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Und was ich Gutes kann von Dir berichten
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Und Liebes auch von Dir, das soll er wissen.
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Und fragt er mich, warum ich fortgelaufen
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Von einem Menschen, der so nett gewesen,
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Der mich beinah' geliebt und angebetet,
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So sag' ich ihm – ... ich weiß es selbst nicht recht:
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Ich hab' ihn gern gehabt, ich kann's nicht läugnen,
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Doch schließlich hat man Heimweh', Langeweile,
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Man lechzt nach neuen, niegeschauten Dingen,
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Man träumt von alten, schwervermissten wieder.
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Und dann – die Deutschen sind so ernst und nüchtern,
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So gründlich und pedantisch! Lachend küssen
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Und lachend selig sein und lachend lieben,
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Das wär' ein Deutscher nicht, der das vermöchte.
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Ich aber brauche Licht und Luft und Glanz,
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Und wechselvolles, farbenheißes Leben,
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Und ich will lachen, singen, jauchzen, tanzen
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Und übermüthig sein; – ich hab' ja Blut,
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Hellrothes, heißes, tolles Blut im Leibe,
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Und lieben will ich, wie's mein Herz befiehlt!«