Ode an Herrn Professor Zachariä

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Johann Wolfgang Goethe: Ode an Herrn Professor Zachariä (1790)

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Schon wälzen schnelle Räder rasselnd sich und tragen
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Dich von dem unbedau'rten Ort,
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Und angekettet fest an deinem Wagen
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Die Freude mit dir fort.

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Du bist uns kaum entwichen, und schwermütig ziehen
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Aus dumpfen Höhlen (denn dahin
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Flohn sie bei deiner Ankunft, wie fürm Glühen
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Der Sonne Nebel fliehn)

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Verdruß und Langeweile. Wie die Stymphaliden
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Umschwärmen sie den Tisch und sprühn
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Von ihren Fittichen Gift unserm Frieden
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Auf alle Speisen hin.

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Wo ist, sie zu verscheuchen, unser güt'ger Retter,
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Der Venus vielgeliebter Sohn,
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Apollos Liebling, Liebling aller Götter?
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Bebt! Er ist uns entflohn.

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O gäb er mir die Stärke, seine mächt'ge Leier
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Zu schlagen, die Apoll ihm gab;
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Ich rührte sie, dann flöhn die Ungeheuer
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Erschröckt zur Höll hinab.

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O leih mir, Sohn der Maja, deiner Ferse Schwingen,
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Die du sonst Sterblichen geliehn;
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Sie reißen mich aus diesem Elend, bringen
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Mich nach der Ocker hin.

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Dann folg ich ohnerwartet einstens ihm am Flusse;
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Jedoch so wenig staunet er,
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Als ging' ihm, angeheftet seinem Fuße,
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Sein Schatten hinterher.

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Von ihm dann unzertrennlich wärmt den jungen Busen
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Der Glanz, der glorreich ihn umgibt.
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Er liebet mich, dann lieben mich die Musen,
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Weil mich ihr Liebling liebt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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