Der Narr epilogiert

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Johann Wolfgang Goethe: Der Narr epilogiert (1806)

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Manch gutes Werk hab ich verricht',
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Ihr nehmt das Lob, das kränkt mich nicht:
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Ich denke, daß sich in der Welt
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Alles bald wieder ins gleiche stellt.
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Lobt man mich, weil ich was Dummes gemacht,
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Dann mir das Herz im Leibe lacht;
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Schilt man mich, weil ich was Gutes getan,
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So nehm ich's ganz gemächlich an.
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Schlägt mich ein Mächtiger, daß es schmerzt,
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So tu ich, als hätt er nur gescherzt;
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Doch ist es einer von meinesgleichen,
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Den weiß ich wacker durchzustreichen.
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Hebt mich das Glück, so bin ich froh
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Und sing in dulci jubilo;
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Senkt sich das Rad und quetscht mich nieder,
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So denk ich: Nun, es hebt sich wieder!
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Grille nicht bei Sommersonnenschein,
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Daß es wieder werde Winter sein;
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Und kommen die weißen Flockenscharen,
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Da lieb ich mir das Schlittenfahren.
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Ich mag mich stellen, wie ich will,
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Die Sonne hält mir doch nicht still,
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Und immer geht's den alten Gang
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Das liebe lange Leben lang.
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Der Knecht so wie der Herr vom Haus
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Ziehen sich täglich an und aus,
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Sie mögen sich hoch oder niedrig messen:
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Müssen wachen, schlafen, trinken und essen.
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Drum trag ich über nichts ein Leid;
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Macht's wie der Narr, so seid ihr gescheit!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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