Dauer im Wechsel

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Johann Wolfgang Goethe: Dauer im Wechsel (1803)

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Hielte diesen frühen Segen,
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Ach, nur
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Aber vollen Blütenregen
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Schüttelt schon der laue West.
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Soll ich mich des Grünen freuen,
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Dem ich Schatten erst verdankt?
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Bald wird Sturm auch das zerstreuen,
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Wenn es falb im Herbst geschwankt.

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Willst du nach den Früchten greifen,
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Eilig nimm dein Teil davon!
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Diese fangen an zu reifen,
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Und die andern keimen schon;
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Gleich mit jedem Regengusse
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Ändert sich dein holdes Tal,
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Ach, und in demselben Flusse
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Schwimmst du nicht zum zweitenmal.

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Du nun selbst! Was felsenfeste
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Sich vor dir hervorgetan,
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Mauern siehst du, siehst Paläste
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Stets mit andern Augen an.
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Weggeschwunden ist die Lippe,
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Die im Kusse sonst genas,
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Jener Fuß, der an der Klippe
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Sich mit Gemsenfreche maß,

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Jene Hand, die gern und milde
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Sich bewegte, wohlzutun,
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Das gegliederte Gebilde,
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Alles ist ein andres nun.
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Und was sich an jener Stelle
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Nun mit deinem Namen nennt,
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Kam herbei wie eine Welle,
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Und so eilt's zum Element.

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Laß den Anfang mit dem Ende
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Sich in
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Schneller als die Gegenstände
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Selber dich vorüberfliehn.
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Danke, daß die Gunst der Musen
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Unvergängliches verheißt,
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Den Gehalt in deinem Busen
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Und die Form in deinem Geist.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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