Wasser holen geht die reine

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Johann Wolfgang Goethe: Wasser holen geht die reine Titel entspricht 1. Vers(1790)

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Wasser holen geht die reine,
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Schöne Frau des hohen Brahmen,
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Des verehrten, fehlerlosen,
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Ernstester Gerechtigkeit.
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Täglich von dem heiligen Flusse
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Holt sie köstlichstes Erquicken; –
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Aber wo ist Krug und Eimer?
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Sie bedarf derselben nicht.
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Seligem Herzen, frommen Händen
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Ballt sich die bewegte Welle
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Herrlich zu kristallner Kugel;
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Diese trägt sie frohen Busens,
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Reiner Sitte, holden Wandelns
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Vor den Gatten in das Haus.

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Heute kommt die morgendliche
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Im Gebet zu Ganges' Fluten,
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Beugt sich zu der klaren Fläche –
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Plötzlich überraschend spiegelt
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Aus des höchsten Himmels Breiten
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Über ihr vorübereilend
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Allerlieblichste Gestalt
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Hehren Jünglings, den des Gottes
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Uranfänglich schönes Denken
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Aus dem ew'gen Busen schuf;
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Solchen schauend, fühlt ergriffen
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Von verwirrenden Gefühlen
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Sie das innere, tiefste Leben,

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Will verharren in dem Anschaun,
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Weist es weg, da kehrt es wieder,
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Und verworren strebt sie flutwärts,
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Mit unsichrer Hand zu schöpfen;
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Aber ach! sie schöpft nicht mehr!
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Denn des Wassers heilige Welle
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Scheint zu fliehn, sich zu entfernen,
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Sie erblickt nur hohler Wirbel
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Grause Tiefen unter sich.

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Arme sinken, Tritte straucheln,
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Ist's denn auch der Pfad nach Hause?
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Soll sie zaudern? soll sie fliehen?
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Will sie denken, wo Gedanke,
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Rat und Hülfe gleich versagt? –
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Und so tritt sie vor den Gatten;
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Er erblickt sie, Blick ist Urteil,
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Hohen Sinns ergreift das Schwert er,
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Schleppt sie zu dem Totenhügel,
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Wo Verbrecher büßend bluten.
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Wüßte sie zu widerstreben?
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Wüßte sie sich zu entschuld'gen,
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Schuldig, keiner Schuld bewußt?

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Und er kehrt mit blutigem Schwerte
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Sinnend zu der stillen Wohnung;
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Da entgegnet ihm der Sohn:
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»wessen Blut ist's? Vater! Vater!«
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»der Verbrecherin!« – »Mitnichten!
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Denn es starret nicht am Schwerte
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Wie verbrecherische Tropfen,
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Fließt wie aus der Wunde frisch.
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Mutter, Mutter! tritt heraus her!
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Ungerecht war nie der Vater,
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Sage, was er jetzt verübt.«
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»schweige! Schweige! 's ist das ihre!«

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»wessen ist es?« – »Schweige! Schweige!«
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»wäre meiner Mutter Blut!!!
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Was geschehen? was verschuldet?
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Her das Schwert! ergriffen hab ich's;
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Deine Gattin magst du töten,
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Aber meine Mutter nicht!
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In die Flammen folgt die Gattin
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Ihrem einzig Angetrauten,
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Seiner einzig teuren Mutter
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In das Schwert der treue Sohn.«

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»halt', o halte!« rief der Vater,
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»noch ist Raum, enteil, enteile!
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Füge Haupt dem Rumpfe wieder,
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Du berührest mit dem Schwerte,
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Und lebendig folgt sie dir.«

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Eilend, atemlos erblickt er
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Staunend zweier Frauen Körper
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Überkreuzt, und so die Häupter;
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Welch Entsetzen! welche Wahl!
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Dann der Mutter Haupt erfaßt er,
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Küßt es nicht, das tot erblaßte,
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Auf des nächsten Rumpfes Lücke
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Setzt er's eilig, mit dem Schwerte
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Segnet er das fromme Werk.

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Aufersteht ein Riesenbildnis. –
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Von der Mutter teuren Lippen,
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Göttlich-unverändert-süßen,
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Tönt das grausenvolle Wort:
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»sohn, o Sohn! welch Übereilen!
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Deiner Mutter Leichnam dorten,
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Neben ihm das freche Haupt
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Der Verbrecherin, des Opfers
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Waltender Gerechtigkeit!

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Mich nun hast du ihrem Körper
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Eingeimpft auf ewige Tage;
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Weisen Wollens, wilden Handelns
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Werd ich unter Göttern sein.
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Ja, des Himmelsknaben Bildnis
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Webt so schön vor Stirn und Auge;
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Senkt sich's in das Herz herunter,
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Regt es tolle Wutbegier.

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Immer wird es wiederkehren,
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Immer steigen, immer sinken,
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Sich verdüstern, sich verklären,
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So hat Brahma dies gewollt.
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Er gebot ja buntem Fittich,
108
Klarem Antlitz, schlanken Gliedern,
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Göttlich-einzigem Erscheinen,
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Mich zu prüfen, zu verführen;
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Denn von oben kommt Verführung,
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Wenn's den Göttern so beliebt.
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Und so soll ich, die Brahmane,
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Mit dem Haupt im Himmel weilend,
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Fühlen, Paria, dieser Erde
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Niederziehende Gewalt.

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Sohn, ich sende dich dem Vater!
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Tröste! – Nicht ein traurig Büßen,
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Stumpfes Harren, stolz Verdienen
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Halt euch in der Wildnis fest;
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Wandert aus durch alle Welten,
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Wandelt hin durch alle Zeiten,
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Und verkündet auch Geringstem:
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Daß ihn Brahma droben hört!

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Ihm ist keiner der Geringste –
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Wer sich mit gelähmten Gliedern,
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Sich mit wild zerstörtem Geiste,
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Düster, ohne Hülf und Rettung,
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Sei er Brahma, sei er Paria,
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Mit dem Blick nach oben kehrt,
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Wird's empfinden, wird's erfahren:
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Dort erglühen tausend Augen,
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Ruhend lauschen tausend Ohren,
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Denen nichts verborgen bleibt.

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Heb ich mich zu seinem Throne,
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Schaut er mich, die Grausenhafte,
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Die er gräßlich umgeschaffen,
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Muß er ewig mich bejammern,
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Euch zugute komme das.
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Und ich werd ihn freundlich mahnen,
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Und ich werd ihm wütend sagen,
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Wie es mir der Sinn gebietet,
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Wie es mir im Busen schwellet.
144
Was ich denke, was ich fühle –
145
Ein Geheimnis bleibe das.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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