8

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Johann Wolfgang Goethe: 8 (1790)

1
Ein Blick von deinen Augen in die meinen,
2
Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,
3
Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,
4
Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?

5
Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,
6
Führ ich stets die Gedanken in die Runde,
7
Und immer treffen sie auf jene Stunde,
8
Die einzige; da fang ich an zu weinen.

9
Die Träne trocknet wieder unversehens:
10
Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille,
11
Und solltest du nicht in die Ferne reichen?

12
Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
13
Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
14
Dein freundlicher zu mir; gib mir ein Zeichen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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