Die wandelnde Glocke

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Johann Wolfgang Goethe: Die wandelnde Glocke (1813)

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Es war ein Kind, das wollte nie
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Zur Kirche sich bequemen,
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Und sonntags fand es stets ein Wie,
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Den Weg ins Feld zu nehmen.

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Die Mutter sprach: »Die Glocke tönt,
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Und so ist dir's befohlen,
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Und hast du dich nicht hingewöhnt,
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Sie kommt und wird dich holen.«

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Das Kind, es denkt: Die Glocke hängt
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Da droben auf dem Stuhle.
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Schon hat's den Weg ins Feld gelenkt,
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Als lief' es aus der Schule.

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Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr,
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Die Mutter hat gefackelt.
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Doch welch ein Schrecken hinterher!
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Die Glocke kommt gewackelt.

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Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;
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Das arme Kind im Schrecken,
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Es lauft, es kommt als wie im Traum:
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Die Glocke wird es decken.

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Doch nimmt es richtig seinen Husch,
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Und mit gewandter Schnelle
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Eilt es durch Anger, Feld und Busch
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Zur Kirche, zur Kapelle.

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Und jeden Sonn- und Feiertag
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Gedenkt es an den Schaden,
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Läßt durch den ersten Glockenschlag,
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Nicht in Person sich laden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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