Frühlingsorakel

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Johann Wolfgang Goethe: Frühlingsorakel (1802)

1
Du prophet'scher Vogel du,
2
Blütensänger, o Coucou!
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Bitten eines jungen Paares
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In der schönsten Zeit des Jahres
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Höre, liebster Vogel du;
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Kann es hoffen, ruf ihm zu
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Dein Coucou, dein Coucou,
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Immer mehr Coucou, Coucou.

9
Hörst du! ein verliebtes Paar
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Sehnt sich herzlich zum Altar;
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Und es ist bei seiner Jugend
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Voller Treue, voller Tugend.
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Ist die Stunde denn noch nicht voll?
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Sag, wie lange es warten soll?
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Horch! Coucou! Horch! Coucou!
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Immer stille! Nichts hinzu!

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Ist es doch nicht unsre Schuld!
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Nur zwei Jahre noch Geduld!
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Aber, wenn wir uns genommen,
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Werden Pa-pa-papas kommen?
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Wisse, daß du uns erfreust,
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Wenn du viele prophezeist.
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Eins! Coucou! Zwei! Coucou!
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Immer weiter Coucou, Coucou, Cou.

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Haben wir wohl recht gezählt,
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Wenig am Halbdutzend fehlt.
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Wenn wir gute Worte geben,
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Sagst du wohl, wie lang wir leben?
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Freilich, wir gestehen dir's,
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Gern zum längsten trieben wir's.
31
Cou Coucou, Cou Coucou,
32
Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou.

33
Leben ist ein großes Fest,
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Wenn sich's nicht berechnen läßt.
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Sind wir nun zusammen blieben,
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Bleibt denn auch das treue Lieben?
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Könnte das zu Ende gehn,
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Wär doch alles nicht mehr schön.
39
Cou Coucou, Cou Coucou :/:
40
Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou, Cou!

41
(mit Grazie in infinitum)

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Wolfgang von Goethe
(17491832)

* 28.08.1749 in Frankfurt am Main, † 22.03.1832 in Weimar

männlich, geb. Goethe

natürliche Todesursache | Herzinfarkt

deutscher Dichter, Dramatiker, Naturforscher und Politiker (1749–1832)

(Aus: Wikidata.org)

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