Beit Friehstick

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Kurt Tucholsky: Beit Friehstick (1912)

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Wenn ick in meine Stulln beiße,
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denn kuck ick in de Sseitung rin.
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Die liejn nämlich inne Sseitung,
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da wickelt se mir Mutta in.
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Ick streiche det Papier scheen jlatt
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und seh, wats so jejehm hat.

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Ick lese von drei Zwillingsschwestern
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und vonne Feiersbrunst in Wald . . .
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Mal is die Sseitung noch von jestern,
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mal isse füchzehn Tahre alt.
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Wat mir det Friehstick nich vamiest.
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Et is ja bloß, det man wat liest.

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Da ha ick nu so rausjefunden:
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Erscht kommt die Sseitung in Vakehr,
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un schon nach vierundzwanssich Stunden,
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da stimmt det allens jahnich mehr!
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Denn sind se reine wie blamiert.
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Ick ha dadrieba simmeliert . . .

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Ick sach ma so:
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Wat die so sahrn
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un wat die allens proffezein,
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det stimmt schon nich mehr nach acht Tahrn –
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det kann nie wahr jewesen sein!
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Nu ham die Brieda mächtjet Jlick:
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et blättert ja keen Mensch zerrick!
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Man schmeißt et wech. Und kooft sich brav und bieda
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'n neuet Blatt un jloobt et imma wieda.
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Un willste wissen wat det is jewesen,
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denn mußte alte Sseitungsnumman lesen.
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Un siehste denn, wie die vakehrt sind –:
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denn weeste, wat die neien wert sind.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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