Hej –!

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Kurt Tucholsky: Hej –! (1912)

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Auf einem leeren Marktplatz stehst
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du –
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ganz allein:
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die Häuser haben geflaggt, jedes trägt eine andre Fahne,
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die Dächer sind schwarz vor Menschen;
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eine wimmelnde Schlange ist rings um den Platz gepreßt.
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Aus jedem Haus dringt Getöse, Blechmusik, Orgeln, wirres Rufen –
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Und plötzlich
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heben sich alle Arme, auf dich,
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zehntausend ausgestreckte Zeigefinger, auf dich,
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und ein Schrei steigt auf:
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– »Hej!«

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Was wollen sie von dir?
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Was hast du getan?
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Was sollst du tun?
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So groß bist du doch gar nicht,
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so bedeutend bist du doch gar nicht,
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so wichtig bist du doch gar nicht . . .

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Eintreten sollst du – in eines dieser Häuser,
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in welches, ist ihnen gleich –
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aber in eines,
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und darum rufen sie:
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– »Hej!«

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Da ist das katholische Haus:
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Würdige Junggesellen halten, verkleidet, ein Buch in der Hand;
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manche sind weise,
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viele klug,
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alle schlau.
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Sie wollen dich,
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sie wollen sich
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und vergessen IHN.
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Sie teilen eine Art Wahrheit aus;
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sie kennen die Herzen aller,
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sie ordnen Regeln an, für alle:
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ein Warenhaus der Metaphysik.
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Aber etwas Starres ist da,
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ein Trübes,
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und drohend steht das Kreuz gegen den Phallus –:
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geh nicht hinein.

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– »Hej!«

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Da ist das Haus der Nationen.
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Sture Gewaltmenschen
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halten, kostümiert, einen Damaszenerdegen in der Hand,
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aber sie schießen mit Gas.
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An ihren Wänden hängen Bilder mittelalterlicher Kämpfe,
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Fahnen über den Kaminen –
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aber sie schießen mit Gas.
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Sie wissen nicht, warum sie das tun,
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sie müssen es tun;
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ihr Wesen schreit nach Menschenfleisch,
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nach der herrlichen, den Mann aufwühlenden Gewalt,
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so liebt ihn die Frau,
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so liebt er die Frau.
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In ihnen ist nichts,
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daher wollen sie außer sich sein –
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und wann wäre man wohl so außer sich
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wie bei der Zeugung und beim Mord!
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Verwaltungsbeamte des Todes –:
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geh nicht hinein.

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– »Hej!«

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Da ist das Haus der feinen Leute.
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Die spielen, ab sechs Uhr abends:
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mit der Polaritätsphilosophie,
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mit Theaterpremieren,
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mit den Symphonien,
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mit der Malerei,
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mit dem Charme,
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mit dem Stil,
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mit den Versen Verstorbener,
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mit den Witzen Lebendiger –
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und alles darfst du bei ihnen tun,
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(solange es zu nichts verpflichtet),
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alles, nur eines nicht:
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Nicht die Geschäfte stören,
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den Ernst des Lebens,
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der da ist:
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Geld verdienen mit dem Schweiß der andern;
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regieren auf dem geduldigen Rücken der andern;
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leben vom Mark der andern . . .
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Für die Sättigungspausen
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haben sie einen Pojaz bestellt:
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den Künstler.
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Geh nicht hinein.

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– »Hej!«

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Da ist das russische Haus.
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Du kennst es nicht genau.
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Aber bist du reif für dieses Haus?
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Ist dein Tadel:
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ihre starre Dogmatik,
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ihr Zeloteneifer, eine neue Kirche zu gründen,
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ihr scharfer Haß gegen den Einzelnen
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– aber Lenin war ein Einzelner –
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ihre Affenliebe für alle, die alles heilen soll –:
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ist dieser Tadel nicht deine verkappte Schwäche?
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Auch sie: dieser Welt hingegeben
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– erwarte nicht den Himmel von ihnen –
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auch sie: Nationalisten,
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freilich mit einer Idee;
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auch sie: für den Krieg,
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auch sie: erdgebunden;
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das, was sie an die Amerikaner verhökern,
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heißt nicht umsonst: Konzessionen . . .
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Bist du stark genug,
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mitzuarbeiten am Werk?
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Noch nicht –
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geh noch nicht hinein.

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– »Hej!«

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Tausend Gruppen umbrüllen dich,
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rufen nach dir,
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preisen an die warme Heimat: Herde.
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Sag: Hast du nicht Sehnsucht gehabt nach dem Stall,
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nach dem warmen Stall, wo nicht nur die Krippe lockt,
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– die Wiesen genügen –
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nein: wo die tierische Wärme der Leiber ist,
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das vertraute Muh und das Gemeinschaftsgefühl der Menschen?
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Sie schrein:
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In die Reihn!
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In den Verein!
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Sie schrein:
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Die Zeit des einzelnen ist vorbei,
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das trägt niemand mehr!
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Freiwillige Bindung!
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Schwächling! schrein sie; Einzelgänger! Unentschiedener!
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Her zu uns!
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Zur Ordnung! Zur Ordnung!

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Über den Häusern
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ragen die Wipfel
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geduldiger Bäume.
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Rauschend bewegen sie schäumende Kronen.
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Zurück zur Natur?
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Hingegeben an dämmernde Herbstabende,
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wo die göttliche Klarheit
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des bunten Tags
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sich auflöst in weich-graue Nebel?
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Vergessen das Leid
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der Millionen?
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Und die Wirkung roten Weines
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und eine Frau am Kamin
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für die letzte Sprosse der göttlichen Weltordnung nehmen?
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Frauen geben. Nimm. Aber erhoffe nichts.
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Zurück zur Natur?
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Bleib verwurzelt – aber geh nicht
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mit der Laute zu ihr –:
144
Du gehst zurück . . .

145
– »Hej!«

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Da stehst du
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und siehst um dich:
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Die Rufer verschwimmen,
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treten zurück . . .
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Du bist nicht allein!
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Um dich
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stehen Hunderttausende:
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frierend wie du,
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suchend wie du,
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jeder allein, wie du,
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Trost? Nein: Schicksal.

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Bleib tapfer.
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Bleib aufrecht.
159
Bleib du.
160
Hör immer den Schrei:
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– »Hej!«
162
Laß dich nicht verlocken.
163
Geh deinen Weg. Es gibt so viele Wege.

164
Es gibt nur ein Ziel.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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