Altes Volkslied

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Kurt Tucholsky: Altes Volkslied (1912)

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Wem habe ich zu danken
2
– sag an, mein Herz, sag an –:
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Wer knebelt die Gedanken?
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wer setzt der Freiheit Schranken?
5
wer ist der brave Mann?

6
Der Leutnant, schlank gewachsen –
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sag an, mein Herz, sag an –
8
der Reichswehr? die in Sachsen
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und Thüringen blutige Faxen
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unmöglich getan haben kann?

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Ist es der Hauptschriftleiter
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– sag an, mein Herz, sag an –,
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der dem schwarz-rot-goldenen Streiter
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ein gebildeter, steter Begleiter
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und noch nie einen Kampf gewann?

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Es ist der deutsche Richter
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– sag an, mein Herz, sag an –,
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der sperrt das rote Gelichter
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in die Zellen – und hinterher spricht er:
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»es gibt keine Klassenjustiz.«
21
Man siehts, mein Herz, man siehts.

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Denn die es besser wissen,
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die schlafen auf strohenen Kissen;
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und die nach dem Lichte streben,
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die stehn hinter gitternen Stäben;
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und die die Freiheit begehren,
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die können sich nicht mehr wehren.

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Was verdienen unsre Richter?
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Sag an, mein Herz, sag an!
30
Paragraph juhu!
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Paragraph juchei!
32
Wir wissen es ja schon:
33
Viel hundert Taler im Jahr, mein Herz –
34
Unsere Liebe.
35
Vertraun.
36
Und Pension.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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