Briefmarken

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Kurt Tucholsky: Briefmarken (1912)

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Germania, die was auf den bunten Marken
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der Reichspost prangt, hat längst die Nase voll.
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Sie ist ein Weib. Wir brauchen einen starken
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und kräftigen Mann, der künftig prangen soll.
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So leg ich denn den Finger an die Nase
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und denke nach: Wer ist der Ehre wert?
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Herr Chamberlain? Herr Oldenburg? Herr Haase?
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auf einem Hoppe-Hoppe-Reiter-Pferd?

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Doch nehmen wir die Götter aus den Tempeln
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– zum Beispiel Herrn von Heydebrands Gesicht –,
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dann traut sich der Beamte nicht zu stempeln;
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so geht das also nicht.
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Dieweil man aber jene kleinen Blättchen
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mit zähem, weichem Klebestoff bestrich:
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wie wäre es, samt seinen Ordenskettchen,
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mit Helfferich?

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Doch einer noch. Alldeutschlands Schafe bähen,
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der Schäfer vorneweg: »Ein Bismarck fehlt!«
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Wer weiß, wenn sie ihn heut regieren sähen . . .
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Nun gut. Wenn den die Reichspost wählt?

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Der Kopf spricht. Horch! Wie sich die Brauen heben!
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– »Ihr könnt mich alle auf die Briefe kleben!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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