Der Lenz ist da!

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Kurt Tucholsky: Der Lenz ist da! (1912)

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Das Lenzsymptom zeigt sich zuerst beim Hunde,
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dann im Kalender und dann in der Luft,
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und endlich hüllt auch Fräulein Adelgunde
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sich in die frischgewaschene Frühlingskluft.

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Ach ja, der Mensch! Was will er nur vom Lenze?
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Ist er denn nicht das ganze Jahr in Brunst?
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Doch seine Triebe kennen keine Grenze –
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dies Uhrwerk hat der liebe Gott verhunzt.

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Der Vorgang ist in jedem Jahr derselbe:
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man schwelgt, wo man nur züchtig beten sollt,
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und man zerdrückt dem Heiligtum das gelbe
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geblümte Kleid – ja, hat das Gott gewollt?

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Die ganze Fauna treibt es immer wieder:
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Da ist ein Spitz und eine Pudelmaid –
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die feine Dame senkt die Augenlider,
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der Arbeitsmann hingegen scheint voll Neid.

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Durch rauh Gebrüll läßt sich das Paar nicht stören,
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ein Fußtritt trifft den armen Romeo –
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mich deucht, hier sollten zwei sich nicht gehören . . .
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Und das geht alle, alle Jahre so.

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Komm, Mutter, reich mir meine Mandoline,
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stell mir den Kaffee auf den Küchentritt. –
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Schon dröhnt mein Baß: Sabine, bine, bine . . .
24
Was will man tun? Man macht es schließlich mit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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