Die Kronprinzenbühne

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Kurt Tucholsky: Die Kronprinzenbühne (1912)

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Sieh da, sieh da: am preuß'schen Hof
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erblickt man einen Musenschwof.
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Man spielt beim Sohn vom Vater
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Theater.

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Die kleine Zote, lieb und nett,
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wird blank poliert für das Parkett –
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und, was der Gallier schildert,
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gemildert.

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Auch fühlt man sich beträchtlich wohl
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im reinlichen Salontirol.
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Der Dichter schwingt im Gmüatl
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's Hüatl.

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Und auch die Tonkunst ist allhier:
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da hinten trommelt am Klavier
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für viele Pinke-Pinke
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Paul Lincke.

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Und alles ist im Ordensfrack . . .
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Nur leider fehlt der Kunstgeschmack.
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Nun, man behilft sich ohne
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beim Sohne, Sohne, Sohne –
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beim Sohne.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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