Berliner Fasching

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Kurt Tucholsky: Berliner Fasching (1912)

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Nun spuckt sich der Berliner in die Hände
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und macht sich an das Werk der Fröhlichkeit.
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Er schuftet sich von Anfang bis zu Ende
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durch diese Faschingszeit.

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Da hört man plötzlich von den höchsten Stufen
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der eleganten Weltgesellschaft längs
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der Spree und den Kanälen lockend rufen:
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»rin in die Eskarpins!«

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Und diese Laune, diese Grazie, weißte,
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die hat natürlich alle angesteckt;
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die Hand, die tagshindurch Satin verschleißte,
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winkt ganz leschehr nach Sekt.

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Die Dame faschingt so auf ihre Weise:
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gibt man ihr einmal schon im Jahr Lizenz,
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dann knutscht sie sich in streng geschlossnem Kreise,
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fern jeder Konkurrenz.

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Und auch der Mittelstand fühlts im Gemüte:
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er macht den Bockbierfaßhahn nicht mehr zu,
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umspannt das Haupt mit einer bunten Tüte
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und rufet froh: »Juhu!«

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Ja, selbst der Weise schätzt nicht nur die hehre
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Philosophie: auch er bedarf des Weins!
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Leicht angefüllt geht er bei seine Claire,
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Berlin radaut, er lächelt . . .
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Jeder seins.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Kurt Tucholsky
(18901935)

* 09.01.1890 in Berlin, † 21.12.1935 in Göteborg

männlich, geb. Tucholsky

Suizid | Überdosis

deutscher Journalist und Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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