Was ist Wahrheit? fragt am Richterstuhle

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Johann Gottfried Seume: Was ist Wahrheit? fragt am Richterstuhle Titel entspricht 1. Vers(1786)

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Was ist Wahrheit? fragt am Richterstuhle
2
Jener brave Heide seinen Mann.
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Große Frage, die noch keine Schule
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Aus dem Weisheitsnimbus lösen kann.

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Menschen, Widerspruch im großen Ringe,
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Räthsel in der Kette dieser Welt,
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Zwischen Thier und Engel Mitteldinge,
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Durch Vernunft geadelt und entstellt.

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Vater, der du diesen Götterfunken
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Himmelssinns in unser Wesen schlugst,
11
Und die Erdenseele feuertrunken
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Zum Gedanken deiner Größe trugst;

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Hast du zur Verdammniß Licht und Leben,
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Als du unsre Existenz gebarst,
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Deinen Neuerschaffenen gegeben,
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Denen du im Zorne gütig warst?

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Duldung, Vater, mit dem schwachen Kinde,
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Das im Dunkel deiner Strahlen schwirrt,
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Und von Labyrinth zu Labyrinthe
20
Ängstlich, traurig, aber schuldlos irrt.

21
Deine Werke kamen gut und edel,
22
Groß und herrlich aus der Schöpferhand,
23
Bis der Afterweisheit Schlangenschedel
24
Sich sie auszubessern unterstand.

25
Was ist Wahrheit? sprecht von euerm Throne,
26
Wie ihr metaphysisch dunkel schwebt,
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Von Konfuzen bis zu Mendelsohne,
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Und im Nebel Hypothesen webt.

29
Ha, ihr tappt mit eurer Blendlaterne
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Weisheitstrunken durch die tiefe Nacht,
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Träumet in dem Irrlicht Sonnensterne,
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Bis ihr spät zum Todesschlaf erwacht.

33
Menschheit, arme Menschheit, deine Lehrer,
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Alle deine Weisen wissen nichts;
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Flattern, ihrer Hirngeburt Verehrer,
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Gleich Insecten um den Strahl des Lichts.

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Und die Bosheit, die im Finstern schleichet,
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Fasset schnell der Schwachheit Taumelgeist,
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Bis sie ihr den süßen Giftkelch reichet,
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Und die Sclavinn hin ins Elend reißt.

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Wenn der Menschenmahler seinen Pinsel
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In der Schwermuth schwarze Farben taucht,
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Und Bedrückung, Kummer und Gewinsel,
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Stolz und Knechtschaft in die Gruppe haucht;

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Weinet unserm göttlichen Geschlechte
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Eine Thräne bey dem Trauerstück:
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Seht, man gräbt das Grab der Menschenrechte:
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Und wer ruft Gestorbene zurück?

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Dort verzehren muftische Magnaten
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Ihres Landes Fett in Schwelgerey;
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Und der Pflüger, stets der Kern der Staaten,
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Jammert bey der ihm gelaßnen Spreu.

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Und die edeln Menschenmäkler zählen
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In des Mammons großem Rechnungsbuch
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Ihre Schätze nur nach Menschenseelen,
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Und ihr Segen ist der Knechte Fluch.

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Mit umglühter, heißer Stirne frohnen
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Unter der Despoten Eisenstab
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Ganze große schöne Nationen
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Von der Kummerwiege bis ins Grab.

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Freyheit ist ein Schall vor ihren Ohren;
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Der Gedanke wäre Hochverrath;
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Weil zum Troß der Sclaverey geboren
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Unsinn ihren Geist gefesselt hat.

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Und auf ihrem Wolkenthrone sitzet
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Rings umher die alte Möncherey,
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Blicket grimm, aufs Vorurtheil gestützet,
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Und ihr Scepter wieget schwer wie Bley.

69
Unter ihrem schwarzen Rabenflügel
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Zischen die Kabalenzungen Gift,
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Brechen Laurer frech das Freundschaftssiegel,
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Sinkt dem Streiche, wen der Spürhund trifft.

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Ihre Geyer drohn in allen Zonen,
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Wo die unterdrückte Wahrheit spricht,
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Mit Bastillen, Inquisitionen,
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Thürmen, Minen, Eisen, Blutgericht.

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Wenn Banditen nur mit Dolchen morden,
78
Bleicht man ihren Schedel auf dem Holz,
79
Aber wenn der Helden Troß in Horden
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Länder würget, sind die Helden stolz.

81
Wenn der Mann dem Manne, der ihm glaubet,
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Seinen Seckel stiehlet, ists Betrug;
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Aber Herrschsucht, die Provinzen raubet,
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Nennt der Staatskunst hohe Schule klug.

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Durch der Politiken schiefe Brille
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Ist Moralität ein Possenspiel,
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Und Gerechtigkeit nur eine Grille,
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Die in Philosophenschedel fiel.

89
Arme Brüder, hat euch Gott zu Ketten,
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Zu des Unsinns Eisenjoch gemacht?
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Und vermag kein Rächer euch zu retten
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Aus der Vorurtheile langen Nacht?

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Strahlenwahrheit ist euch noch zu helle,
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Freyheit selbst wird eurer Ruhe Grab;
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Und ihr trinkt Beranschung aus der Quelle,
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Die der Schöpfer nur zur Stärkung gab.

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Gleich Insecten kriechet ihr als Knechte
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Unter Frohngeboth und Knutenhieb;
99
Und ihr würgt am eigenen Geschlechte,
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Wo euch die Vernunft den Freybrief schrieb.

101
Elend in der Sclaverey, und blutig,
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Wo die Freyheit ihren Fittich schwingt;
103
Ha, wer wagt es noch, der groß und muthig
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Nach dem schönen Menschenrechte ringt?

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Menschen, Widerspruch im großen Ringe,
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Räthsel in der Kette dieser Welt,
107
Zwischen Thier und Engel Mitteldinge,
108
Durch Vernunft geadelt und entstellt.

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Hier sitzt, um die Nachwelt zu betrügen,
110
Menschenfeindlich glotzend, ein Gesicht,
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Spähet aus dem Staub gelehrte Lügen
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Für den jämmerlichsten Bösewicht.

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Dort wirft von dem hohen Rednerstuhle
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Eine Bonzenseele schleichend Gift,
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Spinnet mit der Ketzerey der Schule
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Zwietracht aus dem Friedensbrief der Schrift.

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Hier durchwühlt der Geitz mit Gnomenfreude,
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Unbekümmert um der Waisen Fluch,
119
Seiner Koffer goldnes Eingeweide,
120
Und durchzählt sein langes Rentenbuch.

121
Dort durchspähn, die Richter zu bestricken,
122
Weil ein Schurke schwere Säcke beut,
123
Rabulisten mit Hyänenblicken
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Jedes Schlupfloch der Gerechtigkeit.

125
Und der Richter wägt die feilen Sprüche,
126
Wohl und Weh, nach goldnen Gründen ab;
127
Und ein Kuß macht in Gesetze Brüche,
128
Den ihm schmeichelnd eine Dirne gab.

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Hingeführt an Amors seidnem Fädchen,
130
Geht der stolze Stoiker und sucht
131
Kniend vor dem zauberischen Mädchen
132
Heute etwas, dem er morgen flucht.

133
Gott, du schufst so herrlich schön die Erde,
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Nicht zum Sitz für Tyranney und Trug,
135
Als dein väterliches Machtwort »Werde!«
136
Aus dem Nichts die Sonnenbälle schlug.

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Bosheit, Herrschsucht, Geitz und Wollust haben
138
Deine schöne Symmetrie zerstört,
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Gießen Gift in deine Himmelsgaben,
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Daß sich traurig Hirn und Herz empört.

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Einsam soll mich eine Felsengrotte
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Und ein Eichbaum decken, wo die Welt
143
Nicht sarkastisch lächelt, nicht im Spotte
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Urtheil über Bürgertugend hält.

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Und wenn das Gerücht mir dann verkündet,
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Daß die Menschen stets noch Thoren sind,
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Weht es leiser, und sein Hauch verschwindet
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Schneller durch des Lenzes Abendwind.

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Und ich singe mit der Morgenröthe
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Bey der Quelle meinen Weihgesang;
151
Und des Abends haucht die Silberflöte
152
Ruhe längs des Berges Felsenhang.

153
Neben meiner kleinen Binsenhütte
154
Grab' ich an dem Eichbaum meine Gruft,
155
Bis mich Graukopf einst mit leisem Tritte
156
Sanft der Tod zum großen Abend ruft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gottfried Seume
(17631810)

* 29.01.1763 in Poserna, † 13.06.1810 in Teplitz

männlich, geb. Seume

deutscher Schriftsteller und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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