Feurig ist wie seine Rebe

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Ludwig Eichrodt: Feurig ist wie seine Rebe Titel entspricht 1. Vers(1859)

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Feurig ist wie seine Rebe
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Allemanniens rascher Sohn,
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Machtvoll schallt des Edeln Stimme
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Wie des Rheinfalls Donnerton.
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Ritter Uring ist der Edle,
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Ritter Uring ohne Graun,
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Dem die Hohen niedrig schmeicheln,
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Dem die Niedrigen vertraun.

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Seht um seine Lippen zucken
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Wilden Hohn, doch Majestät
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Von der frohen Stirne leuchten,
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Wenn er durch die Menge geht!
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Dunkel wallen ihm die Locken
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Auf den Nacken, nie gebogen,
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Einstmals waren sie von Golde,
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Eh der Sturm sie überzogen.

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Das Geschlecht ist heimgegangen
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Längst in die Vergessenheit,
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Und vergebens sucht der Wandrer
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Seiner Stammburg Herrlichkeit,
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Kaum daß noch die Sage flüstert
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Wo gehaust der stolze Held,
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Dessen Thaten nur der Sturmwind
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Kühnen Felsen dort erzählt.

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Und er meldet hohen Festruhm
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Vom verwegensten Turnier,
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Welches gab der reiche Guntram,
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Aller Mannen Heldenzier;
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Rauher, riesiger Gestalten
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Manche bei dem Fest erschien,
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Doch die Starken aller Stämme
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Warf des Uring Lanze hin.

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Mit dem Schwerte, mit der Mordaxt
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Ueberwand die Recken all
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Uring, der gepriesne Streiter,
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Unter der Fanfaren Schall;
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Stolze Sachsen, wilde Baiern,
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Kühne Schwaben, schlanke Franken,
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Ungestüme Allemannen
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Sah man da zu Boden schwanken.

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Prächtig saß im Siegerschmucke
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Uring auf dem falben Roß,
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Golden schimmerte die Richtung,
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Lichte Glut vom Antlitz floß.
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Welch ein sonnenhaftes Glänzen,
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Heldenruhmes fröhlche Pracht!
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Das ist Pracht der Abendsonne,
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Welche sinket in die Nacht.

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Untergehen will die Sonne;
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Ha, wie hell der gelbe Neid
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Gegenüber ihrem Glühen
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Steht in Aufgeblasenheit!
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Schon ist Fehde hingeworfen –
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Der Besiegten schnödem Grolle
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Gnügt ein Vorwand – Bundeszeichen
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Ist der Mond, der gelbe, volle.

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Doch zurück auf seine Veste
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Eilet Uring, ohne Graun,
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Seinem Sitze, kühn gehorstet,
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Darf der kühne Adler traun!
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Wie gegossen in den Felsen
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Hängt die Burg am schroffen Rand,
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Jäh und senkrecht klafft es abwärts
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In das offne Schweizerland.

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Außen fügen schwere Blöcke
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Sich zu einem runden Thurm,
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Ohne Zierrath, ohne Zinnen
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Trutzt er aller Wetter Sturm.
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Aber innen gleißt und strahlt es,
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Herrlich funkelte der Schein,
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Sieben goldne Schlachtenpanzer,
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Hundert andre stehn in Reihn.

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Ringsum wimmeln schon die Feinde
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Um das hohe Felsenhaus,
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Doch der Unerschrockne blicket
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Bittern Hohn ins Feld hinaus:
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»schrecklich will ich jetzt mich zeigen,
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Denn des Uring Heldenstamme,
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Ahn ich, soll das Mark verdorren
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Eine heiße Himmelsflamme.«

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»asche werden soll die Eiche
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Meines rühmlichen Geschlechts,
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Doch am ewgen Richterstuhle
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Wieder Wurzel schlagen rechts!
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Trauern will ich nur ein Weilchen,
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Dann soll reichlich Blutfest sein,
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Stattlich über Leichenhaufen
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Will ich betten mein Gebein!«

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Eine schwarze Trauerfahne
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Läßt er wallen von dem Schloß,
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Unheil rauschte sie im Winde
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Nieder auf der Feinde Troß,
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Der in endlos neuen Schaaren
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Her sich wälzt vom nahen Wald,
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Stolze Fahne, Unheilfahne,
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Nimmer flattern wirst du bald!

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Zürnende Gewitterwolken
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Lagerten sich auf den Höhn,
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Winkt sie wohl die dunkle Fahne
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Mit dem fürchterlichen Wehn?
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Alle sind es dunkle Fahnen,
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Rauschend unter Sturmes Flug,
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Dort Vernichtung hinzutragen,
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Wo der Feind die Zelte schlug!

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Sie entladen sich – ist Donner,
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Ist der Strahl es, der da fiel?
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In das Leuchten ists erschollen,
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Und gefunden ist das Ziel.
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Banner kannst du Blitze locken
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Und des Donners Melodein,
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Warum kannst du sie nicht bannen,
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Wenn sie selber dich bedräun!

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Menschenhand vermochte nimmer
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Dich zu stürzen, Menschenhand,
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Aber andere Hände nahen,
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Die dich reißen in den Sand!
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Blutig steigt das Feuer nieder,
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Dumpfer Knall – das Schloß zerstiebt,
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Uring, dir zum Tod und Ruhme
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Wird ein solches Spiel geübt!

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Schrecklich ja willst du dich zeigen,
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Schrecklich, Uring, zeigst du dich –
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Wie der Thurm sich graß geberdet,
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Als er aus den Fugen wich!
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Flammen, blaue, rothe Flammen
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Zischen aus dem Riesenspalt,
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Ha, was ist das? Mitten drinnen
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Raget eine Nachtgestalt!

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Uring auf dem falben Rosse!
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Eisern, wie in Nacht gehüllt,
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Sitzet er im goldnen Sattel –
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Ein entsetzenathmend Bild.
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Uring! In die Flammenrunde
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Blickt er, furchtlos, unversehrt,
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Krampfig mit den Eisenhänden
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Hebt er himmelan sein Schwert.

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Von dem Himmel hergesendet
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Schien des Helden Feuerroß,
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Hat der Blitz sich umgestaltet
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In ein goldnes Feuerroß?
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Zucket nicht das Wetterleuchten
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Noch im Auge, wuthentbrannt?
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Kann ich fragen, Sohn der Wolken,
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Hat der Himmel dich gesandt?

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Glühen Rauches Purpurwogen
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Ueberqualmen Mann und Roß,
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Nah umraget hoch zu beiden
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Seiten ihn sein brennend Schloß;
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Adler schwirren aus der Lohe,
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In die Lüfte setzt der Ritter,
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Prasselnd stürzt die heiße Felsschicht,
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Drüber rollen die Gewitter.

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Kühner Sprung, des Uring würdig!
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Ha, wie bäumte sich der Hengst!
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Staunend starrt der Feind im Lager
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– Doch verschwunden sind sie längst.
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Höret ihr den hellen Windstoß?
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Glut und Asche führt er fort,
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Wüst und leer wars – über Trümmern
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Führt der Sturm das große Wort.

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Urings Name ist verklungen.
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Aber oft, um Mitternacht,
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Brausen durch die Felsenklüfte.
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Lieder, die der Sturm erdacht;
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Heldensänge, Waffenklänge
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Schlagen an des Wandrers Ohr,
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Und am dunkeln Himmelsbogen
168
Schweift – erlischt ein Meteor.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Eichrodt
(18271892)

* 01.01.1827 in Durlach, † 01.01.1892 in Lahr/Schwarzwald

männlich, geb. Eichrodt

deutscher humoristischer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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