Zwielicht füllt die Nebelforste

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Ludwig Eichrodt: Zwielicht füllt die Nebelforste Titel entspricht 1. Vers(1859)

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Zwielicht füllt die Nebelforste,
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Schimmert an der Felsenwand,
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Wo sich Falken hoch am Horste
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Weithin schwingen übers Land,
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Langsam hellen
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Sich die Wellen,
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Und der See blitzt auf am Rand.

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Gott zum Gruß! die Eidgenossen
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Rücken an im hellen Hauf.
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Heut mit tückischen Geschossen
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Stellen sie sich lauernd auf,
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Zu erneuern
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Ihrer theuern
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Freiheit blutigen Erkauf.

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Hört ihr schon das dumpfe Tosen?
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Ferner Waffen Widerhall!
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Wie sich in der Bergschlucht Schooßen
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Fängt der Schlachtenhörner Schall;
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Immer jäher
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Wälzt sich näher
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Ihrer stolzen Feinde Fall.

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Gleichend einem Feuermeere,
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Wenn es durch die Saaten quillt,
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Glühet weit im Adelsheere
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Schwert und Speer und Helm und Schild.
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Solchen Schimmer
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Sah man nimmer,
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Solch ein prunkend Schreckenbild!

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Schon verwirret sich die Masse
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Vorn im unvorsichtgen Trab,
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Ist ihr doch die hohle Gasse
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Vorbestimmt zum sichern Grab!
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Das Gedränge
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In der Enge
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Woget lärmend auf und ab.

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Gräßlich in dem Augenblicke
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Donnerts in den Rittertroß,
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Ungeheure Felsenstücke
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Schmettern nieder Mann und Roß;
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In den scheuen
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Reiterreihen
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Wüthet schrecklich das Geschoß.

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Abgewaldet stehn die Kämme
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Des Gebirgs, o tolle Schlacht!
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Wuchtiger Tannen Riesenstämme
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Sausen nieder in den Schacht.
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Staubumqualmet
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Liegt zermalmet
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Ryburg in der Todesnacht.

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Seht sie jetzt heruntereilen
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Unter jubelndem Geschrei,
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Wie sie schlagen mit den Keulen
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Aller Richtung Trotz entzwei!
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Ja, da sanken
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Auf den Flanken
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Viele Herren stolz und frei.

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Diese Bauern zu zertreten
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Mit dem siegesharten Fuß,
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War den prahlenden Trompeten
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Hohngetränkter Schlachtengruß,
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War in schnöden
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Ingrimms Reden
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Eures Uebermuths Erguß!

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Jetzt vergeblich möcht ich schauen,
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Jetzt bewundern jenen Zug,
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Den so stattlich durch die Gauen
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Einst der Schwarm der Rosse trug.
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Weh, die Wunden
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Nie gesunden,
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Welche Männerrache schlug!

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Leopold, du bester Ritter,
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Held und Feldherr ruhmgekrönt,
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An dergleichen Ungewitter
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War dein Schlachtruhm nicht gewöhnt!
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Du gerichtet,
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Du zernichtet,
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Dem ein standhaft Glück gefröhnt?

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Ha, ich fühle deine Leiden,
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Wie du wild im Zorne glühst,
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Wenn du so auf allen Seiten
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Die Getreuen fallen siehst!
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Wie in Bächen,
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Dich zu rächen,
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Nur umsonst das Herzblut fließt.

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Sieh! die Sonne ist gesunken,
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Oede Stille herrschet nur,
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Wieder dämmerts – Sternlein prunken
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In die schweigende Natur;
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Doch die Leichen
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Dorten zeigen
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Lauten Tobens tiefe Spur.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Ludwig Eichrodt
(18271892)

* 01.01.1827 in Durlach, † 01.01.1892 in Lahr/Schwarzwald

männlich, geb. Eichrodt

deutscher humoristischer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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