11. Gott in der Natur

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Johann Gaudenz von Salis-Seewis: 11. Gott in der Natur (1786)

1
Wer gab mir, was ich hab' und bin?
2
Wer schuf die weite Erde?
3
Wer pflanzte Felsenberge hin?
4
Wer sprach zum Himmel: Werde!
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Wem strahlt so flammend, groß und hehr
6
Der hohen Sonne Feuermeer?

7
Wem brausen mit so starker Macht
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Des Waldstroms Silberwellen?
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Wer läßt den Blitz, die Wetternacht
10
Der fahlen Wolken hellen?
11
O sagt mir: Wessen Boten sind
12
Der Donner, der Gewitterwind?

13
Er ist's! Er ist es, dessen Hand
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Die Abendröte malet!
15
Er hat den Bogen ausgespannt,
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Der siebenfarbig strahlet.
17
Er tränkt mit Regen und mit Tau
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Die ausgedörrte Halmenau.

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Er hüllt die Saat in wallend Gold,
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Er schwellt die vollen Garben.
21
Er schmückt den Frühling bunt und hold
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Mit glänzendlichten Farben.
23
Er läßt im Frühling frisches Grün
24
Die Haine und den Wald umziehn.

25
Es reift die Frucht auf sein Gebot
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Am schwerbeladnen Baume;
27
Er färbt die süßen Kirschen rot,
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Violenblau die Pflaume.
29
Den Apfel schuf er voll und rund,
30
Die Birne saftig für den Mund.

31
Er streute, wie ein Säemann
32
Ins Furchenfeld die Körner,
33
Die Sterne aus auf ihre Bahn;
34
Des Mondes Silberhörner
35
Hing er leichtschwebend, wie ein Kahn,
36
An das Gewölk des Himmels an.

37
Die ganze heilige Natur
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Ist seiner Allmacht Zeuge;
39
Anbeten, staunen kann ich nur –
40
Ich sinke hin und schweige.
41
Tief, tief im Staube bin ich hier
42
Du Großer, Gütiger, vor dir!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Johann Gaudenz von Salis-Seewis
(17621834)

* 26.12.1762 in Schloss Bothmar, † 29.01.1834 in Schloss Bothmar

männlich, geb. Salis

Schweizer Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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