Konradins Knappe

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Conrad Ferdinand Meyer: Konradins Knappe (1889)

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»auf diesem kurzen Bergesrasen hier,
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Nur wen'ge Monde sind es, zechten wir,
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Er und das Edelvolk, in hohem Raum –
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Und drüben war Italien wie ein Traum.

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In diesem Passe lagen wir gestreckt,
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Der Staufe hat mich minniglich geneckt:
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›nicht blöde, Hans! Sprich! Was begehrst du gleich?
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Ich geb es dir in meinem Königreich!‹

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Dann klomm die Fahrt an Wänden schwarz und kahl!
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Wo ich der Mutter Gottes mich empfahl.
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Noch eh ich Amen sagte, glitt mein Tier –
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Der Staufen und die Sinne schwanden mir.

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Dann lag ich im Hospize fieberbang,
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Wo ich verzweifelnd mit den Mönchen rang,
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Ich focht und schrie: ›Dem jungen Staufen nach!
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Hie Napoli!‹ Bis ich zusammenbrach.

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Jetzt schlepp ich jeden Tag mich hier empor,
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Wo ich den Staufen aus dem Blick verlor.
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Genesen ist der Leib, die Seele schmerzt,
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Denn all mein Erdenglück hab ich verscherzt.

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Und zög ich heut, ich käme doch zu spät,
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Schon krönte sich die junge Majestät,
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Das Edelblut empfing den Ritterschlag,
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Ich aber fluche meinem Unglückstag.« –

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Ein Knechtlein kommt bergüber. »Gib Bescheid!
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Der Staufenknabe thront in Herrlichkeit?« –
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»ja, Herr. Er litt gemach den Todesstreich
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Und thront getröstet nun im Himmelreich.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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