Einem Tagelöhner

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Conrad Ferdinand Meyer: Einem Tagelöhner (1861)

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Lange Jahre sah ich dich
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Führen deinen Spaten,
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Und ein jeder Schaufelstich
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Ist dir wohlgeraten

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Nie hat dir des Lebens Flucht
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Bang gemacht, ich glaube –
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Sorgtest für die fremde Frucht,
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Für die fremde Traube.

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Nie gelodert hat die Glut
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Dir in eignem Herde,
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Doch du fußtest fest und gut
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Auf der Mutter Erde.

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Nun hast du das Land erreicht,
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Das du fleißig grubest,
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Laste dir die Scholle leicht,
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Die du täglich hubest!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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