Krötensage

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Gottfried Keller: Krötensage (1854)

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Des Berges alte Wangen sind
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Von Maiensonne beschienen;
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Sie lächeln unter Quellenglanz,
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Die Schilfe, die Farren ergrünen.

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Die Kröte springt aus dem Kieselstein,
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Ein Hirt hat ihn zerschlagen;
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Sie schaut verdrossen die Scherben an,
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Und sie beginnt zu sagen:

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»viel tausend Jahre bin ich alt
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Samt diesem Futterale!
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Es schob vom hohen Felsgebirg
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Allmählich mit mir zu Tale.

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Doch manchmal in der Wasser Sturz
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Sind wir gewaltig gesprungen;
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Dann hat's um meine dunkle Klausur
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Gesungen und geklungen.

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Und wie mir ist – ich weiß es nicht,
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Noch was ich getrieben indessen;
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Ich hab im mindesten nichts gelernt
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Und hatte nicht viel zu vergessen.

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Ein warmer Regen, ein grünes Kraut
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Nur konnten mir behagen;
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Sie liegen mir fort und fort im Sinn
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Aus fernen Jugendtagen.

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So hab ich ein langweilig Stück
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Unsterblichkeit erworben;
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Hätt ich getrunken lebendige Luft,
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Längst wär ich vernünftig gestorben.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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