Welch lustiger Wald um das graue Schloß

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Gottfried Keller: Welch lustiger Wald um das graue Schloß Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Welch lustiger Wald um das graue Schloß
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Hat sich zusammengefunden,
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Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
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Von keiner Wurzel gebunden!

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Anstatt der warmen Sonne scheint
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Das Rauschgold durch die Wipfel;
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Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
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Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

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Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
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Das Volk erfüllet die Räume;
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Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
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Die fällen am frohsten die Bäume.

13
Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
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Zu überreichen Geschenken,
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Der andre einen gewaltigen Strauch,
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Drei Nüsse daran zu henken.

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Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
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Ein Weib mit scharfen Waffen;
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Der dünne Silberling soll zugleich
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Den Baum und die Früchte verschaffen.

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Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
22
Die schwere Tanne von hinnen;
23
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
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Zu ersteigen die grünen Zinnen.

25
Und kommt die Nacht, so singt der Wald
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Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
27
Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind
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Vorüber dem Zauberhaine.

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Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
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Im düstern Bergesbanne
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Stand reifbezuckert auf dem Grat
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Die alte Wettertanne.

33
Und zwischen den Ästen waren schön
34
Die Sterne aufgegangen;
35
Am untersten Ast sah man entsetzt
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Die alte Wendel hangen.

37
Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
38
Das festlich still verkläret;
39
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
40
Hatt sie sich selbst bescheret.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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