Meergedanken

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Gottfried Keller: Meergedanken (1854)

1
O wär mein Herz das tiefe Meer
2
Und meine Feinde die Schiffe:
3
Wie schleudert' es sie hin und her
4
An seines Zornes Riffe!

5
Und endlich schläng es unter sie,
6
Hinunter in die Tiefe,
7
Daß drüber glänzend spät und früh
8
Der Meeresfrieden schliefe.

9
So aber ist's ein Wellchen kaum,
10
Von tausend Wellen eine;
11
Doch nagt und wäscht ihr leichter Schaum
12
Am morschen Schiffsgebeine.

13
Wir Wellen ziehen treu vereint,
14
Und eine folgt der andern;
15
Wir haben all den gleichen Feind,
16
Nach dem wir spähn und wandern.

17
Die Geisternot, der Wirbelwind,
18
Der peitscht uns, bis wir schäumen,
19
Bis alle wach geschlagen sind
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Aus ihren Wasserträumen.

21
Und endlich sinkt im Trümmerfall,
22
Was wir so lang getragen –
23
Heil uns, wenn wir mit sattem Schwall
24
Dann oben zusammenschlagen!

25
Dann ruft's von allen Ufern her,
26
Als ständ der Himmel offen:
27
Das Schiff der Lügner ist im Meer
28
Mit Mann und Maus ersoffen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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