Die Schifflein ruhn, und schimmernd ausgebreitet

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Gottfried Keller: Die Schifflein ruhn, und schimmernd ausgebreitet Titel entspricht 1. Vers(1883)

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Die Schifflein ruhn, und schimmernd ausgebreitet
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Erfreut das Auge der Gewebe Schwall;
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Der Hammer schweigt, doch mit dem Lichte streitet
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In tausend Formen das Metall.
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Aus tausend Stoffen hat Gestalt gewonnen,
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Was Not und Lust der Welt ersonnen;
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Mit heil'gem Ernst, mit heiterm Tand
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Umdrängt uns das Gebild der Hand.
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Es will sich zeigen Wehr und Lehre
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Und er, der mit der Scholle ringt,
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Der Mann im Kampf um Brot und Ehre
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Des Feldes Frucht zum Feste bringt.

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Alle Kräfte, die da schliefen,
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Jeden Fleiß, der schaffend wacht
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Auf den Höhen, in den Tiefen,
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Sehen wir zu Tag gebracht.

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Und ein ganzes Volk will tagen,
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Kind und Jüngling, Mann und Frau
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Bringen hoffend hergetragen
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Ihrer Hände Werk zur Schau.

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Große Städte, Nationen
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Eifern lang schon im Verein –
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Aber wo wir Kleinsten wohnen,
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Darf die Müh nicht kleiner sein!

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Gleich stürmender Wolken geschlossenen Scharen,
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So reihn sich die Völker und drängen voran;
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Da gilt es zu stehn und sich regend zu wahren:
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Wer rastet, geht unter im Staube der Bahn!
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In steter Bewegung ernährt sich die Kraft,
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Die Ruh liegt im Herzen dem Manne, der schafft!

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Arbeit ist das wärmste Hemde,
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Frischer Quell im Wüstensand,
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Stab und Zelt in weiter Fremde
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Und das beste Heimatland!

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Vaterland, ja du mußt siegen,
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Aller Welt an Ehren gleich!
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Laß die Spreu von dannen fliegen –
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Nur durch Arbeit wirst du reich!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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