Flackre, ew'ges Licht im Tal

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Gottfried Keller: Flackre, ew'ges Licht im Tal (1854)

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Flackre, ew'ges Licht im Tal,
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Friedlich vor dem Fronaltare:
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Auch dein Küster liegt einmal,
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Der das Öl hat, auf der Bahre!

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Rausche fort, du tiefer Fluß!
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Dein Gesang wird fortbestehen;
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Aber jede Welle muß
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Endlich doch im Meer vergehen.

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Nachtviolen, süß und stark
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Duftet ihr durch diese Lauben,
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Und ihr wißt das feinste Mark
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Luft und Erde schnell zu rauben.

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Von der warmen Nacht geküßt,
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Säumt ihr nicht, es auszuhauchen,
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Eh ihr selber wieder müßt
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Eure Köpflein untertauchen.

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Aus des Äthers dunklem Raum
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Perlen leuchtend goldne Sonnen,
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Kommen, schwinden wie ein Traum,
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Doch gefüllt bleibt stets der Bronnen.

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Und nur du, mein armes Herz,
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Du allein willst ewig schlagen,
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Deine Lust und deinen Schmerz
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Endlos durch die Himmel tragen?

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Ewig neu der Wirbel ist,
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Zahllos aller Dinge Menge,
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Und es bleibt uns keine Frist,
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Zu beharren im Gedränge.

29
Wie der Staub im Sonnenstrahle
30
Wallt's vorüber, Kern und Schale –
31
Ewig ist, begreifst es du,
32
Sehnend Herz? nur deine Ruh!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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