Vier Jahreszeiten

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Gottfried Keller: Vier Jahreszeiten (1854)

1
Und wieder grünt' der schöne Mai,
2
O dreimal selige Zeit!
3
Wie flog die Schwalbe froh herbei!
4
Als ob ich mitgeflogen sei,
5
War mir das Herz so weit!

6
O linde Luft im fremden Land,
7
Auf Bergen und Gefild!
8
Wie reizend fand ich diesen Strand,
9
Allwo mein suchend Auge fand
10
Ihr leicht hinwandelnd Bild!

11
Ich sah des Sommers helle Glut
12
Empörtes Land durchziehn;
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Sie stritten um das höchste Gut,
14
Geschlagen mußt das freiste Blut
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Aus hundert Wunden fliehn.

16
Kaum hört ich in verliebter Ruh
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Der schwülen Stürme Wehn;
18
Ich wandte mich den Blumen zu
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Und sprach: »Vielleicht, mein Herz, wirst du
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Ein andres Herz erstehn!«

21
Die Traube schwoll so frisch und blank,
22
Und ich nahm beiderlei:
23
Mit ihrem Gruß den jungen Trank –
24
Und als die letzte Traube sank,
25
Da war der Traum vorbei.

26
Doch jene, die zur Sommerzeit
27
Der Freiheit nachgejagt,
28
Sie schwanden mit der Schwalbe weit,
29
Sie liegen im Friedhof eingeschneit,
30
Wo trüb der Nachtwind klagt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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