Im Glase blüht ein frischer Rosenstrauß

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Gottfried Keller: Im Glase blüht ein frischer Rosenstrauß Titel entspricht 1. Vers(1854)

1
Im Glase blüht ein frischer Rosenstrauß,
2
Daneben webt ein Jünglingsleben aus;
3
Ins Zimmer bricht der volle Abendglanz –
4
Welch schönes Bild in einen Totentanz!

5
Von rotem Golde taut das Sommerland,
6
Die Reb am Fenster und die Kammerwand,
7
Der Sterbenskranke und sein Linnentuch,
8
Das Kirchenmännlein und sein schwarzes Buch.

9
Du armer Dunkelmann, was suchst du hier?
10
Die Menschen nicht, noch Blumen lauschen dir!
11
Nach Westen neigen sie sich ingesamt:
12
Die Sonne hält das heil'ge Totenamt.

13
Wie abendschön des Kranken Antlitz glüht,
14
Daß kaum man ahnt, wie weiß der Tod da blüht!
15
Sein Nachtmahlkelch ist flüssig Sonnengold,
16
Wie durstig trinkt er diesen Liebessold!

17
Und scheidend winkt der letzte Sonnenstrahl,
18
Erkaltet und verglüht sind Berg und Tal,
19
Das junge Menschenkind ist bleich und tot,
20
Die Rosen sind geblieben frisch und rot.

21
So halten die Vergänglichen die Wacht
22
Beim stillen Manne bis zur dritten Nacht;
23
Dann legen sie bescheiden ihr Gewand
24
Dem Herrn des Lebens in die Vaterhand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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