Flackre, fernes Licht im Tal

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Gottfried Keller: Flackre, fernes Licht im Tal Titel entspricht 1. Vers(1849)

1
Flackre, fernes Licht im Tal,
2
Durch die Nacht mit leisem Blinken:
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Noch vor Morgen wird dein Strahl
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Endlich in sich selbst versinken!

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Rausche, singe, schöner Fluß!
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Dein Gesang wird fortbestehen;
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Aber jede Welle muß
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Endlich doch im Meer vergehen.

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Nachtviolen, süß und stark
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Duftet ihr durch diese Lauben;
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Oh, wie wißt das feinste Mark
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Ihr der Erde schnell zu rauben!

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Von der warmen Nacht geküßt,
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Wißt ihr schnell es auszuhauchen,
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Eh ihr selber wieder müßt
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Eure Köpflein untertauchen!

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Aus dem tiefen blauen Raum
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Perlt ihr leuchtend, goldne Sonnen,
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Kommt und schwindet, wie ein Traum;
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Doch gefüllt bleibt stets der Bronnen.

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Und nur du, mein armes Herz,
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Du allein willst ewig schlagen,
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Deine Lust und deinen Schmerz
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Ewig durch die Himmel tragen?

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Andre Blumen, andre Wellen,
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Andre Sterne, andre Herzen,
27
Andre Freuden, andre Schmerzen
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Werden unerschöpflich quellen

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Und, eh wir noch gar verglommen,
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Ganz uns auszulöschen kommen.
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Ewig ist, begreifst es du,
32
Sehnend Herz? nur deine Ruh!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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