Ich fühlte wohl, warum ich dich

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Gottfried Keller: Ich fühlte wohl, warum ich dich Titel entspricht 1. Vers(1849)

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Ich fühlte wohl, warum ich dich,
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O teures Weib! so sehr geliebt,
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So stark, so wahr, so inniglich,
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So ohne Wahn geliebt!

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Ich fühlt es wohl und weiß es nun
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Und weiß, welch große Seligkeit
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Muß tief in deinem Herzen ruhn
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Für den, dem es geweiht!

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Ich sah nun in dein goldnes Herz
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Wie in den Hort im tiefsten Rhein;
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Ich sah mit wundersüßem Schmerz
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In einen Himmel tief hinein!

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Ich schaute, und mir ward so weh,
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So wohl und weh bei meinem Schaun,
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Als blickt ich durch die grüne See
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Hinab auf lenzbesonnte Aun!

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Ich ward so arm und doch so reich,
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Zum stolzen Wissen mein Verlust!
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Und in dem Elend lag zugleich
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Der Balsam für die wunde Brust.

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Und besser ging ich, als ich kam,
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Von reinem Feuer neu getauft,
23
Und hätte meinen reichren Gram
24
Nicht um ein reiches Glück verkauft!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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