8. Helene

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Gottfried Keller: 8. Helene (1854)

1
Tretet ein, hoher Krieger,
2
Der sein Herz mir ergab!
3
Legt den purpurnen Mantel
4
Und die Goldsporen ab!

5
Spannt das Roß in den Pflug,
6
Meinem Vater zum Gruß!
7
Die Schabrack mit dem Wappen
8
Gibt 'nen Teppich meinem Fuß.

9
Euer Schwertgriff muß lassen
10
Für mich Gold und Stein,
11
Und die blitzende Klinge
12
Wird ein Schüreisen sein.

13
Und die schneeweiße Feder
14
Auf dem blutroten Hut
15
Ist zu 'nem spielenden Wedel
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In der Sommerszeit gut.

17
Und der Reitknecht muß lernen,
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Wie man Lebkuchen backt,
19
Wie man Wurst und Gefüllsel
20
Auf die Weihnachtszeit hackt!

21
Nun befehlt Leib und Seele
22
Dem heiligen Christ!
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Denn ihr seid verkauft,
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Wo kein Erlösen mehr ist!

25
Seid der Liebe verfallen
26
Und verpfänd't euer Blut!
27
Müsset leiden und brennen
28
In ewiger Glut!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottfried Keller
(18191890)

* 19.07.1819 in Zürich, † 15.07.1890 in Zürich

männlich, geb. Keller

Schweizer Schriftsteller, Dichter und Maler

(Aus: Wikidata.org)

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