Der Frau Generalin v. Varnbüler

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Eduard Mörike: Der Frau Generalin v. Varnbüler (1853)

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Das edle, das geliebte Angesicht
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Nun wiedersehend, ach, wie fang ich's an,
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In Worte würdig unseren Willkomm
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Zu fassen, bei des Herzens Ungestüm?

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Dieselbige, wie wir dich immer kannten,
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Kamst du zurück, dein gütig Auge sagt's,
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Der Liebe aber ist's, der Ehrfurcht eigen,
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Daß sie, nach kurzem Fernesein, befangen,
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Verwirrt vor ihrem Gegenstande steht,
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Gleich als vor einem ungewohnten Gast,
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Wenn uns sein stiller Blick mit Lächeln prüft.

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Dieselbe, ja du bist es, teure Mutter!
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Nur trägt dein Antlitz, o wie hell, die Spur
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Der Heiligen, die dich berührt! Umsonst
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Nicht fleht man ihr; sie wirft dem Wagenden
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Aus eisiger Nacht die tauende Rose zu.

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Wir waren oft bei dir, du glaubst es kaum,
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Leibhaftig eben nicht; doch wenn du pflegtest,
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Im Tannenschatten auf das Moos gebettet,
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Balsamische Luft zu atmen, zweimal täglich,
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Elise dir zur Seite mit viel andern,
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Da kamen wir, zu leichten Traumgestalten
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Verkleinert, schlüpften durch die hohen Äste
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Mit jenen runden Lichtern leis herab,
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Die deines Kleides Saum und Hand und Schultern
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Zudringlich küßten. Kanntest du sie nicht?
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– Wenn nun die ganze Schar in einen Rahmen
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Gefangen, eins am andern, dicht gedrängt,
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Sich wieder zeigte – ob du sie wohl kennst?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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