An Frau Luise Walther, geb. v. Breitschwert

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Eduard Mörike: An Frau Luise Walther, geb. v. Breitschwert (1858)

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Wie manchen Morgen, frisch und wohlgemut,
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Im lichten Sommerkleid, Feldblumen auf dem Hut,
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Trat sie bei uns, die edle Freundin, ein,
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Und wie sie kam, da war es Sonnenschein!

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Als ob sie weiter gar nicht wollte oder wüßte,
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Nur daß sie jedermann zur Freude dasein müßte,
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So lebte sie in klarer Gegenwart,
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Neidlos bei andrer Glück, die Lachende, die Feine;
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Doch heimlich sah ich's oft in ahnungsvollem Scheine
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Hoch über dieses Scheitels Reine
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Wie einen sel'gen Stern, der seiner Stunde harrt.

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Nun ist's geschehn! und mit verklärtem Blicke
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Von ihres Lebens Gipfel lächelt sie;
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Es war geschehn, kaum weiß sie selber wie,
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Denn jäh erfüllen sich die himmlischen Geschicke.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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