An Eberhard Lempp

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Eduard Mörike: An Eberhard Lempp (1855)

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Kennst du der Furien schlimmste, Freund? Ich hoffe, nein!
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Kein Dichter, nicht der alten, noch der neuen Zeit,
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Kein Mythograph hat sie zu nennen je gewagt;
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Ich selber, bange vor der leise hörenden,
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Tu es nur heimlich: Agrypnia heißet sie.
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Ach, als ich jung war, deuchte sie mir schön zu sein,
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Piërische Jungfrau, oder ihnen nah verwandt;
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Vielleicht auch ist sie's, aber weh dem, der sie ruft!
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Denn der Gesundheit Farbe saugt ihr heißer Blick
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Dem Jüngling von den Wangen, und verzehrt den Mann.
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An meinem Bette sitzt sie manche Mitternacht,
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Gleich einer Buhlerin, der man überdrüssig ist.
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Den Rücken ihr zukehrend blinz ich seufzend nur,
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Sooft die Glocke wieder schlägt, nach dem Gespenst,
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Ob es noch sitzt – es sitzet bis der Morgen graut!

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Seit Wochen hatt ich Ruh vor ihr, bis gestern nacht;
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Da trat sie schadenfroher Miene vor mich hin,
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Unheilverkündend, und wohl weiß ich, was sie meint:
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Es ist das Wort, das ich dir auf der Straße jüngst
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Am lichten Tag gegeben, nicht entging es ihr –
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Gib eilig, Bester, mir's zurück, wenn du mich liebst!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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