Denk es, o Seele!

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Eduard Mörike: Denk es, o Seele! (1851)

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Ein Tännlein grünet wo,
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Wer weiß, im Walde,
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Ein Rosenstrauch, wer sagt,
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In welchem Garten?
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Sie sind erlesen schon,
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Denk es, o Seele,
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Auf deinem Grab zu wurzeln
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Und zu wachsen.

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Zwei schwarze Rößlein weiden
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Auf der Wiese,
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Sie kehren heim zur Stadt
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In muntern Sprüngen.
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Sie werden schrittweis gehn
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Mit deiner Leiche;
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Vielleicht, vielleicht noch eh
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An ihren Hufen
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Das Eisen los wird,
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Das ich blitzen sehe!

(Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich von Editura GmbH & Co. KG (Digitale Bibliothek) digitalisiert, vom TextGrid-Verbund erworben und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

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Eduard Mörike
(18041875)

* 08.09.1804 in Ludwigsburg, † 04.06.1875 in Stuttgart

männlich, geb. Mörike

deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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