Historia: Ein wunderbarlich gesicht keiser Maximiliani löblicher gedechtnus von einem nigromanten

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Hans Sachs: Historia: Ein wunderbarlich gesicht keiser Maximiliani löblicher gedechtnus von einem nigromanten (1563)

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Als keiser Maximilian,
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der großmechtig und teure man
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löblicher gedechtnus, regiert,
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das ganz römisch reich guberniert,
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het er sonderlich lieb und gunst
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zu allerlei sinreicher kunst,
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tet auch kein kost, mü und fleiß sparn,
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artliche künste zu erfarn,
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het auch mancherlei kunst verstant,
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die er auch übt mit munt und hant;
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darauf het er vil größer acht,
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den sonst auf allen pomp und pracht;
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hielt kunst und weisheit für ein schatz.
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derhalb hetten auch bei im platz
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allerlei künstner, so hin kamen
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gen hof mit was titel und namen,
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die hetten all futter und mal
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zu hof im keiserlichen sal.
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eins tags dem keiser obgenant
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auch gen hof kam ein nigromant,
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ein schwarzkünstner, der sich anzeiget
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dem keiser, der im wurt geneiget,
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wie er im künt herbringen ton
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drei geist drei namhafter person,
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ob die geleich vor langen jarn
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mit tode abgeschiden warn,
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mit aller form, gstalt und geberden,
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wie sie hetten gelebt auf erden,
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im die künt under augen stellen,
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welche er wolt, solt er her zelen.
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der keiser ob der kunst het wunder
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und auserwelet im besunder
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dise drei namhaftig person
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mit nam, zeigt im erstlichen on
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Hector von Troia, des küngs son,
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Priami, solt er bringen ton
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in all seinen armis und wer,
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wie er im troianischen her
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verwalten het die hauptmanschaft
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in küner, teuer heldes kraft,
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den Achilles auch het erschlagen.
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die andr person tet er ansagen,
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die schönen küngin Helena
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her aus Lacedemonia,
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des künigs Menelai weib,
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die aller schönest frau von leib,
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die im Paris, des künigs sun,
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von Troia het entfüren tun;
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in all irem geschmuck und zier,
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höflichkeit und geberden ir
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solt er sie bringen aller gstalt,
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wie man sie beschreibet und malt.
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und zu dem dritten solt er da
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bringen die fürstin Maria,
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sein gmahel, die durchleuchting frauen,
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die wolt er herzlich geren schauen,
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herzog Karls tochter von Burgunt,
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welche vor kurzer tag und stunt
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durch unfal am gejeit vor allen
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war von eim pfert zu tot gefallen.
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wo er die person überzelt
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durch sein kunst im persönlich stelt,
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doch iederman genzlich on schaden,
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so wolt er sein denken in gnaden
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von wegen seiner schönen kunst
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mit schenk und ander woltat sunst.
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der nigromant im antwort gab:
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ja, ich wils tun, doch merkt vorab,
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der geist bring ich euch allesander,
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iedoch ornlichen nach einander,
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und wenn ir eins gnug habt geschaut,
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so stopft mit einem finger laut
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auf den tisch, so wirt der geist weichen,
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aus dem kreiß zu der tür ausschleichen;
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iedoch sol eur gnad an dem ort
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stil sitzen und reden kein wort;
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wo ir ein wort darunder ret,
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ir unglück uns beid bringen tet.
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das bwilligt der keiser zu tan.
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nach dem der nigromant fieng an,
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macht ein weiten kreiß in dem sal
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mit bloßem schwert, darein zu mal
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macht vil charakter, kreuz und zeichen
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und tet sein beschwerung heimleichen.
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geschwint trat in den kreiß hinein
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Hector von Troi, der helt allein,
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ganz ernstlich und trutziger gstalt,
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starker glidmaß, doch nit zu alt,
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ungleicher augn, ein herlich man;
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der het ein stehlen panzer an,
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ein sturmhut auf dem haupte sein,
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mit golt ein gwechs geschmelzt darein,
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am hals hieng im ein breiter schilt,
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darin von golt ein löw gebilt,
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trug ein mortaxt in seiner hent,
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vol scharpfer spitzen aller ent,
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welche all noch tropften von blut,
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und als sam mit frech künem mut
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in dem kreiß vor dem keiser stan.
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der wurt zum teil entsetzt darvan,
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doch als er sein recht gnug gesach,
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da stopft er auf den tisch darnach;
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zu hant der geist wich aus dem sal
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mit tapfern schritten ab zu tal.
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bald trat nach dem in sal hinein
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Helena, die schön künigein,
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in einem schönen güldin stück,
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het umb ir haupt köstlich geschmück
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von golt, perlein und edlem gstein,
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güldin ketten und halsbant rein.
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ir angsicht und alle glidmas
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so adelich gebildet was,
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sam wers abgestigen von himeln,
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ein gürtel von klingenden zimeln
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der het umbfangen iren leib,
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in summa das aller schönst weib,
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freuntlicher, holdseliger gstalt,
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geiler art, doch der jar nit alt,
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ir euglein zwinzerten von fern,
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geleich dem hellen morgenstern;
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zwischn augbraen het sie ein meslein,
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ein roten munt, ein kleines neslein,
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stunt also höflich wolgetan
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und sach den keiser frölich an.
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der saß in heimlich großem wunder
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und beschaut sie mit fleiß besunder
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von den füßen biß an das haubet,
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entlich zu weichen ir erlaubet;
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zu hant sie aus dem kreiß tet prangen.
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nachdem kam sitlich eingegangen
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Maria, sein fürstliche gmahel,
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der lieb und treu war fest wie stahel,
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trat züchtiglich zu sein genaden,
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bekleidt, wie sie het gnommen schaden,
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in eim blauen rock angetan,
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demütig vor dem keiser stan,
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in aller gstalt, weis und geber,
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als ob sie noch im leben wer,
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ganz sitsam, tugentreicher art,
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doch sam traurig betrübet hart,
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und den keiser senlich anblicket,
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dardurch im keiser sie erquicket
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sein brünstig lieb, die vor den tagen
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er ir het herziglich getragen;
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und die lieb tet sein herz vergwalten
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und mocht sich lenger nit enthalten,
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fur auf mit herzlichem verlangen
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und wolt mit armen sie umbfangen,
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und schrei gar laut: das ist die recht,
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von der mein herz all freud empfecht!
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in dem der geist balt schwint und runt
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mit eim greusch aus dem kreiß verschwunt,
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mit eim dampf und lautem gebrümmel;
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auch wurt vor dem sal ein getümmel,
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des der keiser erschrak zu hant.
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zu dem saget der nigromant:
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eur gnad solt uns mit dergleich dingen
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all beid umb unser hels wol bringen,
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eur gnad weiß, das ich solchs verbot.
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die lieb ist gleich stark wie der tot,
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sagt der keiser, die nöt mich ie,
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anzureden die liebst allhie,
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so ich ie het auf diser ert,
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welche ist aller eren wert.
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nach dem zu dank mit reicher gab
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fertigt den nigromanten ab,
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der im das wunderbar gesicht
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zu Insbruck hette zugericht,
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wie solchs vor sechs und vierzig jarn
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von seinr gnad hofgsint hab erfarn
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zu Wels, weil ich noch ledig was,
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das mir warhaft anzeiget das.
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dem und uns allen wöll got geben
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nach disem zergenglichen leben,
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das uns ewige freud aufwachs
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im himlischen hof, wünscht Hans Sachs.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hans Sachs
(14941576)

* 14.11.1494 in Nürnberg, † 29.01.1576 in Nürnberg

männlich, geb. Sachs

Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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