Als man nach Christi geburt war

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Hans Sachs: Als man nach Christi geburt war Titel entspricht 1. Vers(1560)

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Als man nach Christi geburt war
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zelen fünfzehenhundert jar
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und neunzehen, fürwar ich sag,
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eben an sanct Egidi tag
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wart mir zu einer gmahel geben
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junkfrau Küngunt Kreuzerin eben,
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die einig tochtr und erb allein
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Peter Kreuzers zu Wendelstein
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am berg, der vor sibenzehn jarn
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samt seinr gmahel verschiden warn,
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den got genad in ewigkeit!
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am neunten tag het ich hochzeit,
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von der mir in zwelf jarn sint worn
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zwen sün und fünf töchter geborn,
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welch alle sint mit tot verschiden
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und bei got ewig sint zu friden.
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doch von meinr ersten tochter eben,
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hab ich vier enenklein im leben.
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nun dise mein gmahel fürwar
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het ich fast einundvierzig jar
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ganz lieb und treu, ganz erenwert;
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wolt got, das ich sie solt auf ert
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gehabt haben biß an mein ent!
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got aber selb hat das gewent.
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als man nach Christi geburt war
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zeln fünfzehnhundert sechzig jar,
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da begab sich, leider ich sag,
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an unser fraun verkündung tag,
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war der fünfundzweinzgst tag des Merzen,
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tet sie in einer seiten schmerzen
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ein wetag und darnach im herzen;
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aber in solcher wetag schmerzen
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heim suchten wir der erzte rat,
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doch folgte nit der gsuntheit tat;
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derhalb wart sie vor irem ent
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versehen mit dem sacrament.
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der schmerz nam lenger herter zu,
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stunt oft auf und het nirgent ru;
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iezt wolt sie dort, iezunt da ligen.
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die krankheit tet ir angesigen,
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und in der dritten nacht verschit,
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der sel geb got dort ewig frit.
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nach dem wart auch nach zweien tagen
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der leib dahin gen kirchen tragen
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mit dem teutschen psalmen gesang.
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ach got, erst wart meim herzen bang,
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weil ich mein gmahel nicht mer het.
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wo ich ansach dieselben stet,
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daran sie war gstanden und gseßen,
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o, so tet sich mein herz denn freßen,
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dergleich wo ich ir kleider sach,
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wurt ich geleich von herzen schwach,
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das ich mein gmahel auserkorn
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so schwind und gehling het verlorn,
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der ich erst gar notdürftig war,
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weil ich ins sechsundsechzigst jar
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gieng, sie nur achtundfünfzig was
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erst alt, derhalb ich übermaß
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war im herzen bekümmert hoch.
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oft daucht mich auch, sie lebet noch,
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etwan bei iren freundin wer,
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in iren gscheften hin und her.
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wenn ich mich denn bedacht, das sie
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gestorben wer und nicht mer hie,
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so wurt mein herzenleit mir neu,
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wan ich mich zu ir alle treu
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versach für all menschen auf ert,
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besorgt mich von ir keinr gefert,
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recht lieb und treu ich von anfang
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bei ir erfunt ir leben lang.
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sie war ganz heuslich frü und spat,
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zog all ding rechter zeit zu rat,
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doch etwan heftig war mit worten
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bei dem gesint, das an vil orten
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farleßig war, nit arbeitsam,
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in summa, all ir ding das kam
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dem ganzen haushalten zu gut;
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derhalb mein herz war in unmut,
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weil ich die treuen nit mer het,
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mein herz oft nach ir seufzen tet,
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tag unde nacht ich ir nachdacht.
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nun begab sich in einer nacht,
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das ich in den gedanken tief
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meinr verschiden gmahel entschlief;
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da daucht mich, ich säch aller ding,
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wie zu mir in die kamer gieng
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mein liebe gmahel zu mir her,
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in weiß, ganz züchtiger geber;
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von der mein herz erfreuet wur,
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und gehling in dem bet auffur
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und wolt sie mit eim kus umbfahen;
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als ich ir aber wolte nahen,
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wich sie von mir gleich einem schaten
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und sprach zu mir nach disen taten:
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mein Hans, das mag nit mer gesein,
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ich bin nit mer wie vorhin dein.
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da fiel mir erst ein gwis und klar,
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das sie mit tot verschiden war,
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derhalb mich gleich ein forcht durchschlich,
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iedoch ir treu die tröstet mich,
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gedacht, ir geist ist kommen her,
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zu trösten mich in meiner schwer,
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und tet mich ir zukunft erfreuen.
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all mein unmut tet sie zerstreuen,
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und sprach: o du seliger geist,
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vergangner zeit du noch wol weist;
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als dein leib lag in krankheit schwer,
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tröst ich dich, sagt, wie Christus wer
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für aller menschen sünt gestorben,
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bei got genad und hult erworben
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umbsonst, aus lautr barmherzigkeit,
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auf disen heilant in der zeit
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soltst du dich herziglich verlaßen;
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hoff, du habst das tun aller maßen.
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der geist mir antwort an dem ort:
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ich hab auf das gwis gotteswort
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in rechtem glauben und vertrauen
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tun von grunt meines herzen bauen;
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darin bin ich auch abgeschiden
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vom leib und bin auch wol zu friden
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und bin schon in ewiger ru,
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kein zweifel setzet mir mer zu,
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leb nun in höchster sicherheit
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und wart ewiger seligkeit
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in frolockung mit senen groß
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mit Lazaro in Abrams schoß,
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mit gewisser, starker hoffnung
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auf die lezten aufersteung,
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das sel und leib den widerumb
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clarificiert zusamen kum,
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da an uns genzlich wirt erstat,
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was Christus uns verheißen hat.
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mich daucht, ich fragt in wunder groß:
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sag mir, wo ist Abrahams schoß?
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und was die selen darin tun,
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was sie haben für freud und wun
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biß auf den lezten jüngsten tag.
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antwort der geist: o, auf dein frag
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so kan ich dir kein antwort geben,
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wan kein mensch in dem zeitling leben
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mit nichte die ding kan verston,
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noch weniger reden darvon,
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was got mit sein seligen tu,
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welche sint in ewiger ru;
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sie berürt mer kein leiblichkeit,
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sint ganz aus aller stat und zeit,
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in got als auserwelte geist
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in himlischer freud allermeist,
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darin in dann ist ewig wol.
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nit weiter ein mensch denken sol,
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biß das er nach seim zeitlichn tot
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auch dahin kommen wirt durch got
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aus gnaden zu ewiger ru;
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auf sollichs solt auch warten du,
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wan es wirt dir das ende dein
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fort auch nit lang ausstendig sein;
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dann wirst mit geistlichn augen sehen
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ding, die ich dir nit kan verjehen,
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die kein aug hat gesehen vor
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und auch gehöret hat kein or,
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und ist in keins menschen herz kommen,
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was den gotseligen und frommen
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got hat dort ewiglich bereit
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für wonne, freud und seligkeit
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in dem der geist von mir verschwant.
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da auferwachet ich zu hant,
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groß forcht und freud mich da bestan;
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ich lag und disem traum nachsan
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in freud und herzlich großem wunder
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und gedacht mir heimlich besunder
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an meister Lienhart Nunnenbecken,
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mein lermeister, der mich tet schrecken
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vor jaren mit dergleichen traum
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nach seinem tot, des ich auch kaum
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mein leben lang vergeßen mag.
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da ich eins nachts auch schlief vor tag,
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wie ich in bat in traums gesicht,
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das er mir geb klaren bericht,
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wie es zugieng in jenem leben,
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tet er mir gleiche antwort geben:
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das du mich fragst, leßt sich nit reden,
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noch aussprechen zwischen uns beden,
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biß du einmal komst selb dorthin
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aus gnaden, dann wirst du erst in,
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was got sein auserwelten geit
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nach dem ellent in ewigkeit.
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nach dem auch derselb geist verschwunt;
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ich erwacht auch, und manich stunt
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seit her demselben traum nachsan;
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denk gwis, das kein mensch wißen kan
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in disem zergenglichen leben,
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was got dort ewiglich wirt geben
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den auserwelten in seim reich,
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wie denn Christus selb saget gleich;
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drumb soll wir sein wort herzlich glauben,
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der hoffnung uns nit laßen rauben
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solch fürwitzig leiblich gedanken,
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got vertrauen on alles wanken.
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derselb wirt uns nach disem leben
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durch unsern heilant Christum geben
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aus gnad das himlisch vatterlant.
202
dahin helf uns got allesant,
203
da uns ewig freud auferwachs
204
nach seinem wort, das wünscht Hans Sachs.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hans Sachs
(14941576)

* 14.11.1494 in Nürnberg, † 29.01.1576 in Nürnberg

männlich, geb. Sachs

Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker

(Aus: Wikidata.org)

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