Die Glocken, die von Rom uns gestern kehrten, dröhnen

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Paul-Marie Verlaine: Die Glocken, die von Rom uns gestern kehrten, dröhnen Titel entspricht 1. Vers(1870)

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Die Glocken, die von Rom uns gestern kehrten, dröhnen
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Zum Himmel Lobgesang in feierlichen Tönen.

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Das Echo, das vom Turme mächtig flutend ruft,
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Verherrlicht rings die weiten Lande und die Luft.

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Der Vogel, der geweiht vom Goldklang heil'ger Grüsse,
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Vergisst sein Klagen und stimmt an der Hymnen Süsse.

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Und froh sein Halleluja zwitschernd durch die Welt
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Singt er auf Busch und Baum, in Wiese, Wald und Feld.

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Die Lerche hat mit Festgesang sich aufgeschwungen,
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Dem tau'gen Morgen hat die Nachtigall gesungen.

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Mit zärtlich süssen Tönen heisser Liebesglut,
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Der sonnenhell das Glück in stillem Herzen ruht,

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Lebt freudenvoll der Lenz, der gestern neu erstanden,
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So selig seufzt Natur, und in den weiten Landen

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Von dunklen Türmen manchen altersgrauen Baus
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Vom Campanile nieder und vom Königshaus.

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Aus allen Städten, da von Festgeläut und Singen
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Paris und Moskau, London und Sevilla klingen,

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Tönt hell der Jubelruf der Glocken, der uns weiht
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Zum gnadenreichen Fest der heil'gen Osterzeit.

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Die Taube streift die Flur, das Lamm blökt im Gehege,
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Wem bist, Maria, du, begegnet auf dem Wege?

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Gold ist der Fluss, der neu der Sonne Glanz empfing.
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Es ist der Herr, der einst in Galiläa ging.

25
– Was wäscht das öde Herz sich nicht im gold'nen Strome,
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Was heiligt nicht den Geist der goldne Klang vom Dome?

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Was fleht nicht wie ein Lamm der Seele bang Gebet,
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Der weissen Taube gleich, da alles neu ersteht?

29
Was zieht der Mensch, der einst in göttlichem Vertrauen,
30
Nicht heute noch den Pfad nach Galiläas Auen?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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