Zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I

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Theodor Fontane: Zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I (1858)

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Was unterging in Zeitensturm und Flut
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Und was zu Schutt gefegt der Kriegesbesen,
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Was, an Idolen und an Martyrblut,
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Der Inhalt der Jahrtausende gewesen,
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Wir suchen es – und was am tiefsten ruht,
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Das wird am freudigsten erforscht, gelesen,
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Heut aber, statt zurück uns zu versenken,
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Gilt's

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Wir denken
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Ein Knabe noch, an Preußens Grab gestanden
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Und, als Gott selbst uns dann das Zeichen bot,
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Uns mit befreit aus unsrer Ohnmacht Banden;
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Dein Lebensabend war ein Morgenrot,
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Und als des Abends letzte Lichter schwanden,
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Da lagen Siegeskränze, hochgeschichtet,
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Um deinen Sarg – das Reich war aufgerichtet.

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Und denken
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Uns grüßend ansprach, im Vorüberschweben,
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Doch dieser neunundneunzig Tage Spur
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Ist uns als ewig Erbe nun gegeben,
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Wie Balder, blond und leuchtend am Azur,
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So kamst du, gingst du, Freiheit war dein Leben,
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Im Reich des Lichtes der Erwählten einer-
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Ja, Kaiser Friedrich, wir gedenken deiner.

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Vorbild in Arbeit, Treue, wahr und schlicht,
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In Demut, die der Größe sich verbündet,
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So war der Eine – hell und sonnenlicht
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Hat uns der Andre Kommendes verkündet,
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Ein jeder groß in seiner Fürstenpflicht,
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So ward durch sie die neue Zeit gegründet,
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Uns aber, die wir stehn in ihrem Segen,
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Uns ziemet Dank. Gott mit uns allerwegen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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