Die Gardemusik bei Chlum

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Theodor Fontane: Die Gardemusik bei Chlum (1878)

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»was fechten kann, rückt vor auf Chlum,
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Unsre Garde dürstet nach neuem Ruhm,
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Sie zieht
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Wir schleichen
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Musik ist nie so recht dabei,
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Wenig Wolle und viel Geschrei.«

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Kapellmeister spricht's. Da blitzt es drunt'
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Aus staubiger Wolke, golden und bunt.
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»ung'rische Husaren, wenn recht ich seh';
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Ihr Chok gilt

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Karree. Da springen, ohn' Unterschied,
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All die großen Bläser ins erste Glied,
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Janitschar und Pauke schließen sich an,
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Obo, Klarinette, Mann für Mann,
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Fagott und Tuba – mehr, immer mehr,
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Und nun Kommando: »Fällt das Gewehr!«
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Und die Baßposaune, voll kriegrischem Zorn,
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Streckt ihre Züge weithin nach vorn.

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Zu rechter Zeit. Denn schon sind sie da.
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»ergib dich, preußische Musika!«
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Kapellmeister aber winkt ab und spricht:
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»die Gardemusik ergibt sich nicht.«
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Und keiner wankt und keiner weicht,
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Posaun' und Tuba, die zwingt man nicht leicht,
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Auch die Pauke hält sich wie ein Turm,
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Und siehe, vorüber braust der Sturm.

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Da hebt sich unsres Kapellmeisters Brust:
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»wer ist gefalln? Wie steht der Verlust?«
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»gefallen keiner; leicht zerhaun
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Sind Pauke, Tuba und Posaun',
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Gestreift, geschrammt bloß, sonst intakt,
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Und nur das Fagott ist wie zerhackt!«

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»drei leicht, einer schwer, der Rest gesund –
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Und fehlt uns auch unser brav Fagott,
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Wir blasen
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Und blasen es durch und blasen es ganz,
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Und zum Schlusse: ›Heil dir im Siegerkranz.‹«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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