General Sir John Moores Begräbnis

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Theodor Fontane: General Sir John Moores Begräbnis (1858)

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Kein Trommelwirbel, kein Grablied hohl,
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Als wir an den Wallrand lenkten,
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Kein Schuß rief über ihn hin: »Fahr wohl«,
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Als wir ihn niedersenkten;
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Wir senkten ihn nieder um Mitternacht,
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Sein Grab, ohne Prunk und Flimmer,
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Wir hatten's mit Bajonetten gemacht,
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Bei Mond- und Windlicht-Schimmer.

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Viel Zeit zum Beten hatten wir nicht,
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Nicht Zeit zu Klagen und Sorgen,
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Wir starrten dem Toten ins Angesicht
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Und dachten: ›Was nun morgen?‹
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Kein Grabtuch da, kein Priester nah,
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Kein Sterbekleid und kein Schragen,
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Wie ein schlafender Krieger lag er da,
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Seinen Mantel umgeschlagen.

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Und kaum noch, daß unser Tun vollbracht,
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Heim rief uns die Glock' von den Schiffen,
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Und über uns hin jetzt, durch die Nacht,
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Des Feindes Kugeln pfiffen;
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So ließen wir ihn auf
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Blutfeucht von Heldentume,
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Da liegt er und schläft er
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Allein mit seinem Ruhme.

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Wir dachten, als wir den Hügel gemacht
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Über seinem Bette der Ehre:
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›bald drüber hin zieht Feindes Macht,
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Und wir – weit, weit auf dem Meere;
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Sie werden schwätzen viel auf und ab
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Von Ehre, die kaum gerettet –
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Doch nichts von allem dringt in sein Grab,
32
Drin wir Britischen ihn gebettet.‹

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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