König Harald, Boten sandt' er aus

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Theodor Fontane: König Harald, Boten sandt' er aus Titel entspricht 1. Vers(1853)

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König Harald, Boten sandt' er aus
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An die Küste, die sollten erkunden,
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Ob Herzog Wilhelm und sein Heer
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Den Weg übers Meer gefunden.

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Und am dritten Tag, der Nebel lag
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Übers Land in breiten Schichten,
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Da waren die Boten wieder daheim,
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Und der eine begann zu berichten:

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»die Klippe von
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Und das Meer, wohl hat es gebrandet,
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Vergebens die Brandung, vergebens der Stein,

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Seine Rüstung ist wie von Silber und Gold,
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Sein Antlitz ist wie von Eisen,
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Aber sein Heer, dem schlottern die Knie,
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Das wird fliehn und den Rücken uns weisen.

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Seine Ritter sehn hohl und hager drein,
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Wie in mönchisch Grübeln verloren,
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Sie haben nicht Kinn- und nicht Backenbart,

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Im ganzen Normannenlager gibt's
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Nur Beten und Messesingen,
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Das ganze Heer ist ein Priesterheer,
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Und du wirst es im Spiele bezwingen.«

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König Harald aber, er sah vor sich hin,
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In finstres Sinnen verloren,
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Dann sprach er: »Ich weiß, sie fechten wie wir,
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Obwohl sie

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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