Was mir fehlte

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Theodor Fontane: Was mir fehlte (1858)

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Wenn andre Fortunens Schiff gekapert,
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Mit
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Auf halbem Weg', auf der Enterbrücke,
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Glitt immer ich aus. War's Schicksalstücke?
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War's irgend ein großes Unterlassen?
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Ein falsches die Sach' am Schopfe Fassen?
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War's Schwachsein in den vier Elementen,
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In Wissen, Ordnung, Fleiß und Talenten?
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Oder war's – ach, suche nicht zu weit,
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Was mir fehlte, war: Sinn für

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Ich blicke zurück. Gott sei gesegnet,
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Wem bin ich nicht alles im Leben begegnet!
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Machthabern aller Arten und Grade,
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Vom Hof, von der Börse, von der Parade,
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»damens« mit und ohne Schnitzer,
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Portiers, Hauswirte, Hausbesitzer,
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Ich konnte mich allen bequem bequemen,
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Aber feierlich konnt' ich sie nicht nehmen.

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Das rächt sich schließlich bei den Leuten,
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Ein jeder möchte was Rechts bedeuten,
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Und steht mal was in Sicht oder Frage,
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So sagt ein Reskript am nächsten Tage:
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»nach bestem Wissen und Gewissen,
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Er läßt doch den rechten Ernst vermissen,
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Alle Dinge sind ihm immer nur Schein,
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Er ist ein Fremdling, er paßt nicht hinein,
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Und ob das Feierlichste gescheh',
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Er sagt von jedem nur: Fa il Re.«

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Suche nicht weiter. Man bringt es nicht weit
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Bei fehlendem Sinn für Feierlichkeit.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Fontane
(18191898)

* 30.12.1819 in Neuruppin, † 20.09.1898 in Berlin

männlich, geb. Fontane

deutscher Schriftsteller

(Aus: Wikidata.org)

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