Ganz leise gehst du nächtens durch mein Zimmer

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Clara Müller-Jahnke: Ganz leise gehst du nächtens durch mein Zimmer Titel entspricht 1. Vers(1882)

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Ganz leise gehst du nächtens durch mein Zimmer,
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ich höre deine Schritte nicht. Ich fühle
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nur deines Atems welke Rosenschwüle
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und seh von deiner Stirn den fahlen Schimmer
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sich phosphorleuchtend in die Nacht ergießen,
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und seh von deiner Stirn wie Blutrubinen
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die dunkeln Tropfen auf die Diele fließen . . .

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Wo kamst du her? – ich hatte doch die Tür
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zur Nacht geschlossen, und kein Fenster klang,
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und durch die Scheiben schaut, die vorhanglosen,
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der scheue Mond, – wo kamst Du nur herein
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mit deinem wehen, wunden, schleppenden Schritt,
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mit deinem Kranz von abgeblühten Rosen?
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O komm denn, komm!
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ich will dich nicht verstoßen!

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O komm du! meine Sehnsucht schrie nach dir
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und suchte dich auf unentdeckten Sternen,
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im Märchenwald, in blauen Inselfernen,
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ging fehl und irr . . .
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und heut kommst Du zu mir
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und weilst bei mir und bist mir selig nah!

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Und wie ich flehend meine Arme breite,
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weichst du zurück und siehst mich seltsam an,
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und deine Augen schaun in eine Weite,
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die meine Seele nicht ermessen kann, –
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und schaust mich an und wandelst stumm vorüber
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und gehst – auch du! – den Weg nach Golgatha.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Clara Müller-Jahnke
(18611905)

* 05.02.1861 in Łęczno, † 04.11.1905 in Rahnsdorf

weiblich, geb. Müller

deutsche sozialistische Dichterin, Journalistin und Frauenrechtlerin

(Aus: Wikidata.org)

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