Einer Braut am Polterabend

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Theodor Storm: Einer Braut am Polterabend (1860)

1
Ich bringe dir ein leeres weißes Buch,
2
Die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch.

3
Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind,
4
Dir bringen ein Erinnern hold und lind;

5
An liebe Worte, die man zu dir sprach,
6
An treue Augen, die dir blickten nach. –

7
Drauf log ich dir von dunklem Myrtenreis
8
Den grünen Kranz, der aller Kränze Preis.

9
Nimm ihn getrost! Denn muß ich auch gestehn,
10
Er wird wie alles Laub dereinst vergehn,

11
So weiß ich doch, wenn Tag um Tag verschwand,
12
Hältst du den Zweig mit Früchten in der Hand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Storm
(18171888)

* 14.09.1817 in Husum, † 04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen

männlich, geb. Storm

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller und Jurist

(Aus: Wikidata.org)

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