Weihnachtabend

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Theodor Storm: Weihnachtabend (1852)

1
Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
2
Der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
3
Weihnachten war's; durch alle Gassen scholl
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Der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

5
Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
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Drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
7
»kauft, lieber Herr!« Ein magres Händchen hielt
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Feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

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Ich schrak empor, und beim Laternenschein
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Sah ich ein bleiches Kinderangesicht;
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Wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
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Erkannt ich im Vorübertreiben nicht.

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Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
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Noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
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»kauft, lieber Herr!« den Ruf ohn Unterlaß;
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Doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

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Und ich? – War's Ungeschick, war es die Scham,
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Am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
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Eh meine Hand zu meiner Börse kam,
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Verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

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Doch als ich endlich war mit mir allein,
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Erfaßte mich die Angst im Herzen so,
23
Als säß mein eigen Kind auf jenem Stein
24
Und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Theodor Storm
(18171888)

* 14.09.1817 in Husum, † 04.07.1888 in Hanerau-Hademarschen

männlich, geb. Storm

natürliche Todesursache | Magenkarzinom

deutscher Schriftsteller und Jurist

(Aus: Wikidata.org)

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