Rosen auf das Grab einer edlen Frau

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Friedrich Rückert: Rosen auf das Grab einer edlen Frau (1827)

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Gehöret hab' ich, und ich kann es schauen,
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An dieser Thränenstürme lautem Tosen,
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Daß wohl die Vater- und die Mutterlosen,
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Und die Gebrechlichen und Altergrauen

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Sonst hatten eine Mutter an der Frauen,
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Der sie zu Grab jetzt folgen – für Almosen,
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Die sie von ihr empfingen jetzund Rosen
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Aufs Grab ihr streun und Thränen drüber tauen.

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Ihr sollt euch trösten! Auf dem Sterbebette
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Hat sie noch ihrer Armen nicht vergessen. –
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Wir alle, die wir ihren Heimgang ehren,

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Sind Arme, die empfahn an dieser Stätte
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Almosen, deren Wert nicht zu ermessen,
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Davon die Herzen lang' noch können zehren.

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Der Anblick einer Seele, die in Frieden
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Mit Gott, der Welt und sich des Amtes pflegte
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Mit treuer Hand, das Gott in ihre legte,
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Und als der Herr sie abrief von hienieden,

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Ihm willig folgte, ruhig, ernst, entschieden;
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Selbst noch, als sich um sie der Jammer regte
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Der Ihren, mit dem Troste, den sie hegte
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In ihrer Brust, sie alle sprach zufrieden;

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Der Anblick, der uns herrlicher und reiner
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Erkennen läßt, daß über seiner Hülle
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Der freie Geist besteht, der wandellose;

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Das ist die große, hier wie sonst an keiner
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Grabstätte je in also reicher Fülle,
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An dieser uns gespendete Almose.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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