[sprechen muß ich immerdar]

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Friedrich Rückert: [sprechen muß ich immerdar] (1827)

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Sprechen muß ich immerdar:
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Ach, das ist nicht! ach, das was war!

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In ein Bild versenk' ich mich
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Mit Gedanken lieb und traut,
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So darein verdenk' ich mich,
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Bis es lebend an mich schaut.
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Doch den Zauber stört ein Laut,
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Und es wird mir plötzlich klar:
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Ach, das ist nicht! ach, das war!

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Wenn ich in den Garten geh',
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Den der Morgen frischgeweint,
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Und ein paar von Rosen seh',
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Das mich anzulächeln scheint,
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Hab' ich mich beglückt gemeint,
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Doch es tönt im Rosenpaar:
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Ach, das ist nicht! ach, das war!

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Neulich führte mich ein Traum
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Durch das allerschönste Land,
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Durch den hellsten Himmelsraum,
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Und an zweier Engel Hand,
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Welches Glück mein Herz empfand!
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Und vergessen hatt' ich gar:
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Ach, das ist nicht! ach, das war!

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Wie nach ihrem Angesicht
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Sich das meine wendete,
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Kannt' ich sie und wieder nicht,
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Weil ihr Licht mich blendete.
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O wie trüb' es endete!
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Selbst im Traume sprach ich klar:
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Ach, das ist nicht! ach, das war!

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Wenn mir in den Traum hinein
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Das Bewußtsein vom Verlust
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Folgt und so zerstört den Schein;
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Kann ich wachend, mein bewußt,
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Hoffen einer Täuschung Lust?
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Sprechen muß ich immerdar:
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Ach, das ist nicht! ach, das war!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Rückert
(17881866)

* 16.05.1788 in Schweinfurt, † 31.01.1866 in Neuses

männlich, geb. Rückert

deutscher Dichter, Übersetzer und Orientalist (1788–1866)

(Aus: Wikidata.org)

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